Wirtschaft : Spanischer Versorger will Eon überbieten

Gas Natural plant neues Angebot für Endesa

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Madrid/Berlin - Der Kampf zwischen Eon und Gas Natural um die Übernahme des spanischen Energiekonzerns Endesa geht in die nächste Runde. Der Vorstand des ebenfalls spanischen Unternehmens Gas Natural wird nach Informationen aus Finanzkreisen am heutigen Dienstag über eine Erhöhung seiner Offerte beraten, um das Gegenangebot von Eon zu überbieten. Eon hatte vor einer Woche die Übernahmepläne von Gas Natural gekontert und den Endesa-Aktionären ein Angebot von 27,50 Euro je Aktie in bar unterbreitet. Damit bieten die Deutschen insgesamt 29,1 Milliarden Euro – rund sieben Milliarden mehr als die Spanier.

Gas Natural verschob unterdessen die für Montag geplante Veröffentlichung der Geschäftszahlen auf Mittwoch; die für Montag angesetzte Sitzung des Verwaltungsrates findet nun am Dienstag statt. In Finanzkreisen wird spekuliert, dass die Konzernführung eine Erhöhung ihrer Übernahmeofferte auf 28 Euro je Aktie beschließen wird.

Vor Eons überraschendem Vorstoß hatte Gas-Natural-Chef Rafael Villaseca eine Aufstockung noch kategorisch ausgeschlossen. Sie dürfte für den Konzern, der deutlich kleiner als Endesa ist, auch nicht einfach zu stemmen sein. Schon das bisherige Angebot hat nur einen Baranteil von 35 Prozent, den Rest will Gas Natural mit eigenen Aktien bezahlen.

Dem Unternehmen sind durch die Energieaufsicht enge Grenzen für die Verschuldung gesetzt – sie darf maximal das 5,25-fache des Ergebnisses vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betragen. Gas Natural ist bereits deutlich verschuldet und müsste, um mit Eon gleichzuziehen, noch einmal rund sieben Milliarden Euro aufbringen. Nach Informationen der spanischen Zeitung El Pais soll der Hauptaktionär La Caixa, die größte Sparkasse des Landes, jedoch noch zögern.

Die Bundesregierung hat eine Bewertung des Übernahmepokers unterdessen erneut abgelehnt. Das sei eine unternehmerische Entscheidung, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm. juf/HB

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