Wirtschaft : Spannung vor der BMW-Versammlung

Rolls-Royce bleibt im Gespräch MÜNCHEN (rtr).Die Hauptversammlung des Münchener Autoherstellers BMW am Dienstag könnte eigentlich eine ruhige und harmonische Veranstaltung werden.Schließlich hat der Konzern im vergangenen Jahr seinen Umsatz kräftig erhöht und den Vorsteuergewinn um mehr als die Hälfte auf 2,5 Mrd.DM gesteigert.Doch die Ereignisse der vergangenen Tage bieten den Aktionären viel Raum für Fragen und Diskussionen: die so sicher erwartete Übernahme von Rolls-Royce ist inzwischen fraglich, und der Konkurrent Daimler Benz scheint über die Fusion mit Chrysler in unerrreichbare Größen zu wachsen.Einige Analysten dämpfen die Erwartungen auf Neuigkeiten."Viel Neues würde ich nicht erwarten", sagt beispielsweise Georg Stürzer von der Vereinsbank Research, vor allem nicht zu den Komplexen Daimler und Rolls-Royce.Kollegen von ihm sind sich da zwar nicht so sicher, doch hört man immer wieder: BMW-Chef Bernd Pischetsrieder werde seinen mehr als zurückhaltenden Kurs in Sachen Daimler/Chrysler oder Rolls-Royce sicherlich nicht aufgeben."Das wäre nicht BMW-Stil", sagt ein Analyst.Wahrscheinlich sei, daß die Münchener "hinter den Kulissen" den Kampf um Rolls-Royce fortsetzten.Sicherlich sei man bei BMW geschockt gewesen, daß die Übernahmevereinbarung mit Vickers über deren Tochter Rolls-Royce Motor Cars von dem britischen Konzern wenige Tage später durch eine Empfehlung zugunsten von VW überholt worden sei.Von BMW erwarten Analysten nun eher, daß der Konzern beispielsweise die Karte Namensrechte für die Marke Rolls-Royce spielt.Die liegen beim gleichnamigen britischen Triebwerksunternehmen Rolls-Royce, seit vielen Jahren Partner von BMW in diesem Bereich.Und der hat sich schon für BMW als Käufer der Rolls-Royce Motor Cars ausgesprochen."Man könnte beispielsweise die Lizenzkosten für die Nutzung der Rolls-Royce-Marke so hoch treiben, daß VW keine Freude mehr daran hat", vermutet ein Börsenexperte.Mit einem kampflosen Rückzug von BMW sei jedenfalls nicht zu rechnen.Für die Perspektiven von BMW sei Rolls-Royce im übrigen wenig wichtig, deren Geschäft betreffe nur etwa 3,5 Prozent vom BMW-Umsatz.Größeren Handlungsbedarf für BMW nach Verkündung der Fusion von Daimler und Chrysler sehen manche Analysten nicht.Man müsse sehen, daß BMW von der Größe her in einer anderen Liga spiele.

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