Wirtschaft : Spar: Die Lebensmittelkette wird frühestens 2002 Geld verdienen

Der defizitäre Lebensmitteleinzelhändler Spar Handels-AG soll durch tiefe Sanierungsschnitte bis Ende 2002 an die Gewinnschwelle herangeführt werden. Der neue Vorstandschef Fritz Ammann sagte am Montag in Hamburg, die eingeleiteten Sanierungsmaßnahmen zeigten zwar bereits im laufenden Geschäftsjahr Wirkung. Doch werde der Weg zurück in die Profitabilität mehr Zeit in Anspruch nehmen und schwieriger sein als noch im letzten Jahr angenommen. Im Jahr 2000 verringerte Spar den operativen Konzernverlust zwar deutlich, wies aber weiterhin tiefrote Zahlen aus. Dadurch wurden auch große Teile des Eigenkapitals aufgezehrt.

Zur Sanierung müsse sich Spar auf seine Kernkompetenzen im Lebensmittelhandel konzentrieren, sagte Ammann, der das hochverschuldete Unternehmen seit April leitet. Neben der Eurospar seien dies der selbstständige Einzelhandel, für die Spar die Großhandels-Funktion übernimmt, und die Discount-Schiene Netto. Das übrige Geschäft - Cash & Carry, Convenience, Nonfood (Kodi) sowie das Internetangebot Einkauf 24 dürfte demnach zur Disposition stehen.

Einen wesentlichen Beitrag zur Gesundung sollten zudem Einkaufsverhandlungen mit der internationalen Einkaufsgesellschaft Agenor leisten, sagte Ammann weiter. Der französische Großaktionär ITM Entreprises, der 83 Prozent an Spar hält, unterstützt den Sanierungskurs nach bisherigen Angaben mit einem Gesellschafterdarlehen von einer halben Milliarde Mark, doch hat Ammann bereits klar gemacht, dass er dies für nicht ausreichen hält, um den Konzern auf Jahresbasis 2003 in die Gewinnzone zurückzuführen. Die bisherigen Restrukturierungsbemühungen hätten nicht ausgereicht, um das Unternehmen zu sanieren, sagte Ammann. So habe der operative Verlust zwar um rund 145 Prozent verringert werden, doch schreibe Spar mit knapp 202 (Vorjahresminus 346,7) Millionen Mark immer noch tiefrote Zahlen. Die Eigenkapitalquote ist auf 5,3 Prozent geschrumpft. Der Nettoumsatz des Spar-Konzerns sank um knapp 400 Millionen auf 12,7 Milliarden Mark. Das Kaufangebot des französischen Großaktionärs an die Vorzugsaktionäre wurde den Angaben einer Firmensprecherin zufolge nur von 60,5 Prozent angenommen. Dennoch werde ITM das Angebot aufrechterhalten und die angebotenen Aktien wie angekündigt zu sechs Euro je Titel erwerben. Ursprünglich hatte sich ITM das Recht vorbehalten, bei einer Annahme unter 75 Prozent von dem Angebot zurückzutreten.

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