Wirtschaft : Spar Handels AG: Skepsis überwiegt

Mit Zweifeln und Skepsis haben die Aktionäre der Spar Handels AG auf die Ankündigungen des Vorstands reagiert, nach denen die Krise des Unternehmens bald überwunden werden kann. "Es ist nicht zu erkennen, wie die Situation besser werden soll", sagte ein Vertreter der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) am Dienstag bei der Hauptversammlung in Hamburg. "Die Krise ist noch nicht vorbei." Vor dem Hintergrund neuer Preiskämpfe im deutschen Lebensmittelhandel sei die Perspektive des Unternehmens fraglich und vor allem vom Engagement des französischen Großaktionärs Intermarche abhängig.

Die Spar-Gruppe ist seit zwei Jahren in der Krise und leidet unter sinkenden Umsätzen, gewaltigen Verlusten, zu geringer Produktivität und hohen Kosten, besonders im Personalbereich. Verschärft wurde die Lage durch strategische Fehlkäufe, die das Ergebnis zusätzlich belasteten. So erwirtschaftete Spar im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 360 Millionen Mark. Im ersten Halbjahr 2000 ist noch keine Wende erkennbar. Der operative Verlust lag bei 103,4 Millionen Mark und war damit nur 6,3 Millionen Mark geringer als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. "Gleichwohl gehen wir weiterhin davon aus, dass der operative Verlust des Jahres 1999 im laufenden Geschäftsjahr halbiert werden kann", sagte Vorstandschef Arwed Fischer. Im nächsten Jahr sei ein ausgeglichenes Ergebnis zu erwarten.

Fischer machte geltend, dass im vergangenen Jahr ein Preiskampf im zweiten Halbjahr überraschend das Ergebnis zusätzlich verschlechtert habe. Die Wende erhofft sich der Vorstand von der Umrüstung der verlustreichen Eurospar-Verbrauchermärkte auf die neue Vertriebsform Intermarché.

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