Spardose statt Aktien : Junge Erwachsene sparen viel - aber unüberlegt

Die überwiegende Mehrheit der 18- bis 24-Jährigen legt regelmäßig Geld zur Seite. Allerdings machen sie sich wenig Gedanken über das Wie: Viele lassen das Geld einfach auf dem Girokonto liegen oder horten es zuhause.

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Viele Jugendliche horten ihr Erspartes lieber zuhause im Sparschwein als es zur Bank zu bringen.
Viele Jugendliche horten ihr Erspartes lieber zuhause im Sparschwein als es zur Bank zu bringen.Foto: dpa

Junge Erwachsene sind sparfreudig: 90 Prozent der 18- bis 24-Jährigen legen nach eigenen Angaben regelmäßig Geld zur Seite. Können sie das nicht, etwa weil ihre Einnahmen nicht ausreichen, bereitet das der Mehrheit von ihnen schnell Sorgen. Das geht aus einer Umfrage des Marktforschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag des FinanzStart-ups Transferwise hervor, deren Ergebnisse dem Tagesspiegel exklusiv vorliegen. Demnach sparen die Jüngeren sogar eher als die Älteren – unter den über 55-Jährigen geben nämlich „nur“ 70 Prozent an regelmäßig Geld zur Seite zu legen.

Junge Erwachsene vertrauen eher ihren Freunden als den Bankern

Doch auch wenn das Sparen an sich für junge Erwachsene sehr wichtig ist, machen sie sich wenig Gedanke darüber, wie sie ihr Geld anlegen könnten. Ein Drittel von ihnen versteckt es schlichtweg „an einem sicheren Ort“. Mit anderen Worten: Lieber stecken die Jüngeren ihr Erspartes in die Spardose, als es fest anzulegen. Gut die Hälfte lässt einen Teil ihres Ersparten auch schlichtweg auf dem Girokonto liegen, obwohl sie dort kaum bis gar keine Zinsen bekommen. In dieser Beziehung sind die Älteren versierter: Von ihnen horten nur 28 Prozent das Geld auf dem Girokonto. Zu diesem Anlageverhalten passt, dass die über 55-Jährigen zu einem großen Teil den Bankberatern vertrauen – während die 18- bis 24-Jährigen sich vor allem daran orientieren, was ihnen Eltern und Freunde raten. Dabei legen sie das Geld kaum fürs Alter zurück – die meisten geben an für den nächsten Urlaub zu sparen, für ein Auto oder schlichtweg fürs „Shopping“.


Auch regional gibt es Unterschiede: Während deutschlandweit 40 Prozent der Deutschen den Banken vertrauen, sind es in Berlin nur 27 Prozent. Zudem geben hier besonders viele (29 Prozent) an, Geld nicht zur Bank zu bringen, sondern zuhause zu horten.


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