Wirtschaft : Sparen, bis der Arzt kommt

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Ob das reicht? Der Kanzler will die Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung einschränken – für das Krankengeld sollen die Menschen in Zukunft privat vorsorgen. Mehr Wettbewerb soll es außerdem geben. Doch für eine Senkung der Kassenbeiträge unter 13 Prozent wird das nicht genügen, weitere Einschnitte in das Medizinsystem sind wahrscheinlich. Denn die Deutschen leisten sich eines der teuersten Gesundheitssysteme der Welt – und sind trotzdem kränker und sterben früher als Patienten in anderen Ländern. Und die ungünstige demographische Entwicklung sowie der medizinische Fortschritt werden die Kosten in Zukunft noch weiter in die Höhe treiben.

Trotzdem werden die Menschen auch in Zukunft eine angemessene medizinische Versorgung bekommen. „Bei keinem Thema sind die Wähler so sensibel wie bei der Gesundheit, keine Partei traut sich, Leistungen leichtfertig zu streichen“, sagt HansDieter Nolting vom Berliner Gesundheitsforschungsinstitut Iges. Und selbst wenn die Lage noch dramatischer werde als heute und Kassenleistungen im großen Stil privatisiert würden, müsse sich niemand Sorgen machen, versichert Jochen Pimpertz vom Institut der deutschen Wirtschaft in Köln (IW). „Wer wirklich bedürftig ist und sich nicht privat versichern kann, für den wird der Staat einspringen.“ Niemand müsse befürchten, im Falle eines Beinbruchs ärztliche Behandlung versagt zu bekommen. Pimpertz: „Das gebietet die Menschenwürde – hier hört der Sparzwang auf.“ brö

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