Wirtschaft : Sparen mit schlauen Steckern

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Wenn Birgit Wilkes das Haus verlässt, weiß sie, dass der Drucker, alle Lampen und auch das Laufband wirklich ausgeschaltet sind. Denn die Professorin für Telematik an der TH Wildau weiß, dass viele Geräte ein Scheinaus haben und in diesem Modus genauso viel Strom benötigen wie im Stand-by-Betrieb. Deshalb zieht sie entweder den Stecker oder nutzt einen abschaltbaren Zwischenstecker. „Wenn man wirklich alles ausschaltet, was man gerade nicht braucht, kann man im Jahr zwischen 50 und 300 Euro Stromkosten sparen“, erklärt sie.

Wer den Stromverbrauch einzelner Geräte wissen will und sie nach Bedarf steuern möchte, kann das per Smart Metering. Dazu bedarf es lediglich intelligenter Messgeräte, die als Zwischenstecker erhältlich sind und alle erfassten Daten per Funk auf den Computer übertragen, wo sie analysiert und verarbeitet werden können. So kann man etwa festlegen, dass die Waschmaschine zwischen 11 und 15 Uhr laufen soll, wenn der Energieverbrauch insgesamt niedrig ist.

„Energiespitzen gibt es morgens und abends, wenn alle zu Hause sind. Dann müssen Energieversorger zusätzlich Lastkraftwerke anfahren, um den Stromverbrauch zu decken“, sagt Wilkes. Diese Kraftwerke seien im Betrieb teuer, daher gelte: Je besser es gelingt, Peaks zu reduzieren, desto besser ist es für alle.

Immer mehr Hersteller entwickeln Haushaltsgeräte, die Smart Grid tauglich sind, sich also über ein intelligentes Netz steuern lassen. Sie sind besonders interessant für Haushalte, in denen selbst per Fotovoltaik Strom erzeugt wird. In den Geräten kann man Strom speichern und den selbst produzierten Strom effizient verbrauchen, ohne zusätzlich Energie aus dem Netz zu beziehen. Das macht Sinn, da beim Transport und der Umwandlung von Strom über die Hälfte verlorengeht. Wer sich also mithilfe von Smart Metering und einem hauseigenen Smart Grid selbst mit regenerativer Energie versorgen kann, leistet einen Beitrag zur Energiewende. Tong-Jin Smith

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