Wirtschaft : Sparen, um zu überleben

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Von Daniel Rhee-Piening

Als Microsoft-Chef Bill Gates vor vielen Jahren die Banken als Dinosaurier bezeichnete und ihnen einen äußerst schweren Überlebenskampf voraussagte, hat ihm niemand so recht geglaubt. Und auch als der Chefvolkswirt der Deutschen Bank zum Jahreswechsel jeden dritten Arbeitsplatz bei den deutschen Instituten in Gefahr sah, sprach die Öffentlichkeit immer noch von den reichen Banken. Inzwischen kommen die Meldungen über Gewinnrückgänge und Stellenstreichungen fast im wöchentlichen Rythmus.

Die Entwicklung trifft die Branche kaum überraschend. Denn es ist nicht nur die Talfahrt der Börsenkurse, die die Einnahmen der Investmentbanker wegbrechen lässt. Es ist nicht nur die schlechte Konjunktur, die immer mehr Firmen in die Pleite treibt und die Banken zu einer nicht geahnten Risikovorsorge zwingt. Gerade die deutschen Banken haben auf den Strukturwandel und die technische Entwicklung jahrelang zu zögerlich reagiert. Immer noch beschäftigt die deutsche Kreditwirtschaft mehr Angestellte als die französische oder italienische Konkurrenz zusammen. Auch deshalb hinken die hiesigen Institute bei der Ertragskraft weit hinterher. Keine der deutschen Großbanken verdient im Privatkundengeschäft wirklich Geld. Ganz besonders trifft dies auf die kleinste der Großen, die Commerzbank zu. Sie ist zudem auch international nicht besonders kräftig. Die Commerzbank-Aktionäre werden deshalb weiter wenig Freude haben. Höchststände wird die Aktie sowieso nur dann wieder erreichen, wenn Übernahmefantasien den Kurs beflügeln. Aber wer sollte sie überhaupt kaufen?

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