Sparkasse : EC-Karten frühestens in drei Wochen einwandfrei

Die fehlerhaften Chips sollen neu programmiert werden. Dazu soll in jeder Sparkasse ein Terminal aufgestellt werden.

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Problemchip. Für den Einsatz in Deutschland ist das Problem jetzt gelöst. Foto: ddpddp

Berlin - Bevor deutsche Sparkassenkunden sicher sein können, auch im Ausland wieder überall mit ihrer EC-Karte bezahlen zu können, werden mindestens noch drei Wochen vergehen. Der Sparkassenverband kündigte am Sonntag an, dass dann in jeder der bundesweit 430 Sparkassen je ein Terminal aufgestellt wird, in dem die fehlerhaften Chipkarten neu programmiert werden können. „Nach Abschluss der derzeit laufenden Qualitäts- und Sicherheitstests wird in drei Wochen jede Sparkasse und Landesbank an einer zentralen Stelle über ein Terminal in einer gesicherten Umgebung verfügen, mit dem ein Update der betroffenen Karten erfolgen kann“, teilte die Finanzgruppe Deutscher Sparkassen- und Giroverband mit. Der Vorgang selbst dauere dann nur wenige Sekunden.

Bei der Postbank sollen Karten von Anfang Februar an automatisch repariert werden, wenn ein Kunde sie in einen Geldautomaten steckt. Die Sparkassen wollen später ebenfalls ihre Geldautomaten zur Umprogrammierung einsetzen.

Hintergrund ist, dass die seit Jahresbeginn auftretenden Probleme bisher nur im Inland gänzlich behoben wurden. Im Ausland kann man mit deutschen Karten zum Teil weiterhin kein Geld abheben oder bezahlen.  Ursache der Probleme ist ein Softwarefehler in den Sicherheitschips der Karten, durch die das Jahr 2010 nicht korrekt verarbeitet wird. Von der Panne waren zeitweise bis zu 30 Millionen Karten betroffen. Mit rund 20 Millionen fehlerhaften EC-Karten sind die Sparkassenkunden am stärksten betroffen. Aber auch bei Genossenschaftsbanken, Commerzbank, SEB und Postbank gab es Millionen fehlerhafter Karten.

In Deutschland ist das Einkaufen mit EC-Karte wieder problemlos möglich. Ein neues Programm für die Zahlungsterminals an den Ladenkassen machte das System wieder funktionstüchtig. Im Ausland kann die Umstellung von Geldautomaten und Lesegeräten dagegen noch länger dauern. Immerhin gab der Sparkassen- und Giroverband am Freitag Entwarnung für die Schweiz und Luxemburg. In Österreich sei die Hälfte der Zahlungsterminals wieder funktionsfähig.

Vor den neuen Terminals der Sparkassen, die den fehlerhaften Chip neu programmieren sollen, wird es womöglich zu Wartezeiten kommen. Denn jede Sparkasse – und eben nicht jede Filiale – bekommt zunächst nur ein Terminal. Das heißt, auch für alle Berliner Sparkassen wird es nur ein Gerät geben. „Es werden so schnell wie möglich mehr Terminals aufgestellt“, sagte Sparkassen-Sprecher Stefan Marotzke am Sonntag. Das Aufstellen und Installieren der Terminals sei ein „gigantischer logistischer Aufwand“. Das erkläre auch, warum es noch drei Wochen dauert, bis die einsatzfähig sind. Wie viel die Aktion kostet, könne derzeit noch nicht gesagt werden, erklärte Marotzke. Mit der Neuprogrammierung der Chips kann jedoch ein noch aufwendigerer Austausch der Karten vermieden werden. Der würde nicht nur viel Geld kosten, sondern auch noch länger dauern. „20 Millionen EC-Karten druckt man nicht über Nacht“, sagte Marotzke.

Doch was machen die Kunden, die nicht drei Wochen warten können, sondern bereits vorher ins Ausland reisen? Die Sparkasse rät betroffenen Kunden, sich mit der Hausbank in Verbindung zu setzen und sich alternative Zahlungsmittel zu verschaffen – wie etwa Reiseschecks. Sparkassenpräsident Heinrich Haasis hatte bereits zuvor gesagt, dass Kunden nicht mit Gebühren belastet werden, die sich aus dem Ausweichen auf andere Zahlungsmittel ergeben.

Die Postbank empfiehlt Kunden, die eine Auslandsreise planen, ihre Kreditkarte und ihre Postbank Sparcard mitzunehmen. Zusätzliche Kosten, die durch den EC-Kartendefekt entstehen, sollen schnell und unbürokratisch erstattet werden. Die Commerzbank wiederum bietet ihren Kunden zeitnah eine kostenlose Kreditkarte inklusive Pin für die Bargeldabhebung an. Die Bank übernehme die Gebühren für die zweijährige Laufzeit der Kreditkarte. Corinna Visser

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