Wirtschaft : Sparkasse erhöht Gebühr für Kreditkarten drastisch

dr/opp

Die Berliner Sparkasse erhöht pünktlich zur Einführung des Euro-Bargeldes die Gebühren für ihre Kreditkarten. Sparkassenkunden sollen künftig für die Kreditkarte 29 Euro (56,71 Mark) bezahlen, wer ein Foto auf seiner Karte haben will, bezahlt sogar 31,50 Euro (61,61 Mark). Bisher betrug die Jahresgebühr für die Karte 40 Mark (20,45 Euro). Auch die Kunden der Allbank, die wie die Sparkasse zum Konzern der Bankgesellschaft Berlin gehört, müssen künftig tiefer in die Tasche greifen.

Die Sparkasse kündigt die drastische Preiserhöhung ihren Kunden in einem Schreiben unter der Überschrift "Wichtige Informationen zur Euro-Einführung" an. Darin werden - marketinggerecht - zunächst die Verbesserungen für den Kunden dargestellt. Seit dem 1. Oktober des laufenden Jahres entfalle für Zahlungen in allen Ländern der Europäischen Währungsunion das Auslandseinsatzentgelt in Höhe von einem Prozent. In allen übrigen Ländern werde es von 1,65 Prozent auf ein Prozent gesenkt. Zudem rechtfertigt die Sparkasse die Preiserhöhung mit einem umfangreichen Bonusprogramm, das eingeführt werden soll. Der durchschnittliche Kartennutzer zahle unter dem Strich nicht mehr als vorher, so ein Sprecher.

Legt man die Zahlen der Sparkasse zugrunde, muss der Kunde in Euroland Waren für mindestens 850 Euro kaufen, wenn er eine Karte ohne Foto hat. Erst danach rechnet sich die erhöhte Grundgebühr für ihn. Keine Antwort gab es am Donnerstag auf Fragen über das geplante Bonusprogramm mit "attraktiven Prämien".

Und so weit scheint es mit den Vergünstigungen nicht her zu sein. Eine Sprecherin von Eurocard/Mastercard bestätigte dem Tagesspiegel, dass eine ganze Reihe von Kreditinstituten die Auslandsgebühr in Euroland mit Jahresbeginn 2002 abschaffen wollten. Auch die Senkung der Gebühr von 1,65 Prozent auf ein Prozent für Zahlungen in Nicht-Euro-Ländern sei vielfach angekündigt worden. Im Übrigen seien diese Gebühren, ebenso wie die Jahresgebühren, Sache der einzelnen Bank. Ähnlich lautete die Auskunft bei Visacard.

Die Sparkasse ficht die Kritik nicht an. "Die erste Belastung des Kartenkontos mit der neuen Jahreskartengebühr erfolgt erst im Fälligkeitsmonat des neuen Jahres, so dass jeder Kartenkunde die Möglichkeit hat, in Ruhe Angebote anderer Kartenemittenten zu prüfen und zu vergleichen", wird schriftlich mitgeteilt.

Und ein Vergleich lohnt sich. Bei der Deutschen Bank 24 und der Commerzbank sind nach Auskunft von Pressesprechern keine Preiserhöhungen geplant. Die Nutzung der Standardkarte kostet bei beiden Instituten 40 Mark oder 20,45 Euro im Jahr. Die Gebühren für den Einsatz der Euro- und Visa-Cards im Ausland wollen beide Institute senken beziehungsweise abschaffen. Die Dresdner Bank hatte bereits im Oktober 2000 ihre Gebühren von 40 Mark auf 30 Euro (58,68 Mark) erhöht. Ein Sprecher begründete dies mit den gestiegenen Kosten.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben