Wirtschaft : Sparkassen bauen Europa-Service aus

BRÜSSEL (vdr/HB).Kleinere und mittlere Unternehmen sollen bei der Erschließung des europäischen Marktes überall die gleichen Beratungs- und Bankbedingungen vorfinden wie Großunternehmen in den Weltfinanzzentren.Das ist das Ziel einer Kooperation von drei Sparkassenverbänden und ihren angeschlossenen Instituten.Letzte Woche unterzeichneten in Brüssel der Rheinische Sparkassen- und Giroverband (RSGV) und die Schwesterorganisationen aus Frankreich und Spanien ein Abkommen, das den etwas sperrigen Namen "Trilaterales Kundenbetreuungsabkommen" trägt.

Der Kontrakt dient der Unterstützung der mittelständischen Wirtschaft bei ihren Außenhandelsaktivitäten.Die Vertragspartner verpflichten sich, kleineren und mittleren Firmen den Zugang zu den Märkten der Partnerländer zu erleichtern, ihnen bei der Marktbearbeitung und beim Vertrieb ihrer Produkte behilflich zu sein und einen dem heimischen Standard entsprechenden Bankservice anzubieten.

Das Dienstleistungsangebot umfaßt Hilfestellungen bei der Etablierung einer Niederlassung oder der Übernahme einer Gesellschaft, Herstellung von Kontakten zu Industrie- und Handelskammern, Entwicklungsgesellschaften, Notaren und Steuerberatern.Außerdem können die Firmenkunden bei dem Sparkassenpartnerinstitut ein Exporterlös-Sammelkonto eröffnen, um die Zahlungen der Auslandskunden zu bündeln, Inkassozeiten zu verkürzen und Überweisungskosten zu optimieren.Angeboten werden ferner die Abwicklung des Zahlungsverkehrs sowie Investitions- und Produktfinanzierung.

Rainer Imig, Direktor beim RSGV, bezeichnete in Brüssel das Firmenkundenabkommen als einen weiteren Baustein der strategischen Allianzen mit Sparkassenorganisationen, besonders vor dem Hintergrund der wachsenden Globalisierung und Europäisierung der Wirtschaft im Zuge der Euro-Einführung.Nachdem der Rahmen für eine Kooperation mit den Verbänden in Frankreich und Spanien geschaffen ist, gehe es darum, das Abkommen mit Leben zu füllen.

Der Präsident der Europäischen Sparkassenvereinigung (ESV), René Barberye, der zugleich auch dem französischen Sparkassenverband Cencep vorsteht, wies auf die unterschiedlichen Organisationsformen in den EU-Ländern hin.In Deutschland gebe es öffentlich-rechtliche Sparkassen, in Italien würden sie von einer Stiftung getragen und in Frankreich seien die Sparkassen künftig genossenschaftlich organisiert.Doch gemeinsam seien ihnen Ideale und Überzeugungen.Dazu gehöre vor allem der Wille, dezentral zu bleiben.Großbanken seien europaweit in den Wirtschaftszentren vertreten, während Sparkassen auch in den entlegensten Winkeln tätig seien.Auch für Sparkassenkunden auf dem Land optimale Bedingungen zu schaffen - das sei der Kern der jetzt getroffenen Vereinbarung, betonte Barberye und verwies auf ingesamt 59 000 Geschäftsstellen der ESV in ganz Europa.

Mehr lesen? Jetzt gratis E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben