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Sparkassen : Gewinnsprung bei Dekabank wegen boomender Nachfrage nach Fonds

Niedrige Zinsen bescheren dem Wertpapierhaus der Sparkassen, der Dekabank, einen Gewinnsprung. Die Nachfrage nach Aktienfonds boomt, weil Aktien höhere Erträge abwerfen als Zinsanlagen.

Der Vorstandschef der Dekabank, Michael Rüdiger.
Der Vorstandschef der Dekabank, Michael Rüdiger.Foto: dpa

Die boomende Nachfrage nach Fonds in Zeiten mickriger Sparzinsen hat der Dekabank 2015 einen kräftigen Gewinnsprung gebracht. Das wirtschaftliche Ergebnis kletterte binnen Jahresfrist um fast 13 Prozent auf 610,6 Millionen Euro, wie das Wertpapierhaus der Sparkassen am Dienstag in Frankfurt mitteilte. Damit erreichte diese Kernkennzahl der Bank, die Erträge minus Aufwendungen misst, den höchsten Wert seit dem Ausnahmejahr 2010 (925 Mio Euro).

Im vergangenen Jahr sammelte die Dekabank, die zu 100 Prozent den Sparkassen gehört, unter dem Strich 19,5 Milliarden Euro an frischem Geld für Fonds und Zertifikate ein. 10,2 Milliarden Euro davon - und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahr (5,2 Mrd Euro) - kamen von Privatanlegern, die nach der Finanzkrise 2007/2008 noch in großem Stil Mittel abgezogen hatten.

Insgesamt steigerte die Deka ihre Nettovertriebsleistung im Vergleich zum Vorjahr um gut 48 Prozent. „2015 war ein gutes Wertpapierjahr“, bilanzierte Vorstandschef Michael Rüdiger. „Unsere klare strategische Ausrichtung als Wertpapierhaus der Sparkassen hat sich bewährt.“

Angesichts der niedrigen Zinsen sehen viele Anleger keine andere Möglichkeit, als auf Aktien auszuweichen.

(Einen ausführlichen Bericht, wie sich der Anleger seine Ersparnisse mit einem "Rebalancing" des Portfolios vor Crashs und Börsenwirren schützen und trotzdem in Aktien investieren kann, um die niedrigen Zinsen zu umgehen, lesen Sie hier.)

Online-Broker gehört ganz der Dekabank

Der Online-Broker der Sparkassen gehört künftig ganz der Dekabank. Der bisher mit 30,6 Prozent beteiligte Fondsdienstleister übernimmt die Kommanditanteile am "S Broker" von neun Sparkassen-Verbänden und drei einzelnen Sparkassen, wie er zur Bilanzpressekonferenz am Dienstag mitteilte. Zum Preis sei Stillschweigen vereinbart worden. Die Dekabank wolle das Know-How der Wiesbadener S Broker nutzen, um die gut 400 Sparkassen im Wertpapiergeschäft besser zu unterstützen, sagte Deka-Vertriebsvorstand Georg Stocker.

Seit dem Ausstieg der Landesbanken versucht sich die Deka als Wertpapierhaus für den Sparkassen-Sektor zu profilieren. Für die Kunden von S Broker werde sich nichts ändern. "Die Übernahme zielt nicht darauf ab, eigenes Direktkundengeschäft aufzubauen", betonte Stocker. Mit 130.000 Kunden und einem Depotvolumen von rund sechs Milliarden Euro gehört S Broker zu den kleineren Online-Brokern. (dpa/Reuters)

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