Wirtschaft : Sparkassen: Online-Broker geht an den Start

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Rund eine halbe Million Kunden haben die deutschen Sparkassen in den vergangenen Jahren verloren, weil sie keinen eigenen Online-Broker für das Wertpapiergeschäft hatten. Jetzt wollen sich die Sparkassen mit ihrem neuen eigenen Online-Broker zumindest einen Teil dieser Kunden zurückholen und zusätzlich Neue gewinnen. Dabei will die Sparkassen Broker AG (S-Broker) nicht als "Preisbrecher" auftreten, wie Vorstandssprecher Klaus Schöniger betont, sondern als "Qualitätsbroker", der mit "günstigen aber auch angemessenen" Preisen arbeitet. Bis zum Jahresende soll der S-Broker trotz der flauen Börsenlage rund 40 000 neue Kunden anziehen und dann insgesamt rund 60 000 Kunden haben. Mittelfristig sollen jedes Jahr 100 000 neue Anleger gewonnen werden. Die derzeit rund 20 000 Kunden stammen aus dem vergangenen Jahr als das Unternehmen unter dem Namen Pulsiv noch zum Bankhaus Trinkaus & Burckhardt gehörte. Trotz der schnell steigenden Kundenzahl wird der in Duisburg mit 120 Mitarbeitern angesiedelte S-Broker erst in vier bis fünf Jahren schwarze Zahlen schreiben. Nach Angaben von Schöniger bedarf es "mehrerer Hunderttausend" Kunden, bevor die Gewinnzone erreicht wird. Der S-Broker sei gleichwohl eine unausweichliche Notwendigkeit, weil damit eine Lücke im Angebot der Sparkassen geschlossen und die Abwanderung von Kunden gestoppt werden könne. Noch im Frühjahr hatte es in einigen Regionen Vorbehalte gegeben. Nun stünden alle regionalen Verbände hinter dem Online-Broker. Gleichwohl haben jetzt die Kunden einzelner Großsparkassen die Wahl zwischen dem bisherigen Online-Angebot ihrer Sparkasse und dem S-Broker. So können die Berliner seit Ende August www.berliner-sparkasse.de/online-brokerage anklicken. Dennoch befürchten die Sparkassen-Oberen keinen Kannibalisierungseffekt.

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