Sparkassen-Präsident Fahrenschon : Drei Viertel der Deutschen haben Angst ums Ersparte

Obwohl sich am Sicherheitsniveau nicht geändert habe, hielten weniger Deutsche ihre Einlagen bei der Bank für sicher, sagt Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon. Auch einen Strafzins für Sparer will er nicht mehr ausschließen.

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Auch die Sparkassen können sich den Marktkräften nicht ewig entziehen, sagt Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon.
Auch die Sparkassen können sich den Marktkräften nicht ewig entziehen, sagt Sparkassen-Präsident Georg Fahrenschon.Foto: Mike Wolff

Georg Fahrenschon, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbands (DSGV), will einen Strafzins für Kleinsparer langfristig nicht ausschließen. "Auch Sparkassen sind Unternehmen, die sich natürlich nicht dauerhaft den betriebswirtschaftlichen Zwängen an den Märkten vollständig entziehen können", sagte er dem Tagesspiegel (Montagausgabe). Schon jetzt koste der Verzicht auf die Weitergabe der negativen Zinsen die Institute mehrere hundert Millionen Euro im Jahr. "Aber die Institute stemmen sich mit Macht dagegen, die Negativzinsen auf ihre Kunden zu überrollen."

Vermögenswirksame Leistungen sollten mehr gefördert werden

Um die Sparer zu entlasten, fordert Fahrenschon eine stärkere staatliche Förderung der Vermögenswirksamen Leistungen. "Der Staat hat sich darum viel zu lange nicht mehr gekümmert", kritisiert der Sparkassenpräsident. So seien die Vermögenswirksamen Leistungen für das Bausparen zum Beispiel zuletzt 1998 überarbeitet worden. "Dadurch sind viele Menschen inzwischen aus der Förderung herausgefallen", sagte Fahrenschon.

Nur noch ein Viertel hält Spareinlagen für absolut sicher

Derweil ist das Vertrauen der Bankkunden in die Sicherheit ihrer Einlagen gesunken. "Obwohl sich an dem extrem hohen Sicherheitsniveau der Spareinlagen in Deutschland überhaupt nichts geändert hat, ist inzwischen nur noch gut ein Viertel der Menschen davon überzeugt, dass ihre Spareinlagen absolut sicher sind - noch 2015 waren es 37 Prozent", sagte Fahrenschon. Er beruft sich damit auf Zahlen aus dem neuen Vermögensbarometers, die sein Verband am Dienstag veröffentlichen wird. Den Vertrauensschwund begründet Fahrenschon mit den "Auswirkungen sowohl der Zinspolitik als auch der leidigen Diskussion um eine Zwangsvergemeinschaftung der europäischen Einlagensicherungen".

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