Wirtschaft : Sparkassen preschen bei West LB vor Auch Rüttgers prüft Fusion mit LBBW

Nils-Viktor Sorge

Düsseldorf - Im Konflikt mit der Landesregierung um die Zukunft der gemeinsamen Tochter West LB preschen die nordrhein-westfälischen Sparkassen vor. Schon in den kommenden Tagen sollen Verhandlungen mit den Eigentümern der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) über eine Fusion der West LB mit der LBBW beginnen, sagte ein Sprecher des Westfälisch-Lippischen Sparkassen- und Giroverbandes (WLSGV) dem Tagesspiegel. „Wir haben den klaren Auftrag unserer Mitglieder dafür.“

Die NRW-Sparkassen wollen sich demnach möglichst nächste Woche mit den Südwest-Sparkassen und LBBW-Chef Siegfried Jaschinski treffen. Auch aus dem Rheinischen Sparkassen- und Giroverband hieß es, dass eine Fusion genauer ausgelotet werden soll. Die LBBW nahm keine Stellung, die Südwest-Sparkassen gaben sich für Gespräche offen.

NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) sieht die Annäherung bislang skeptisch. Allerdings wolle das Land ab nächster Woche auch einen Zusammenschluss der Kreditinstitute von der Investmentbank prüfen lassen, die mit der Entwicklung von Konzepten für die West LB beauftragt ist, sagte sein Staatssekretär Andreas Krautscheid dem Tagesspiegel.

Nordrhein-Westfalen möchte seinen 38-Prozent-Anteil an der Bank, die über Fehlspekulationen in die roten Zahlen geraten ist, verkaufen. Rüttgers befürchtet aber einen Bedeutungsverlust für den Finanzplatz Nordrhein-Westfalen bei einer Fusion mit der Stuttgarter LBBW. Doch außer den NRW-Sparkassen, die gut 50 Prozent an der West LB halten, sind auch die LBBW-Eigner sowie die LBBW selbst für eine Fusion. Letztlich müsste Rüttgers einer Fusion aber zustimmen.

Von den Sparkassen verlangt er ein klares Geschäftsmodell für ein Institut aus West LB und LBBW. Dieses wollen die Sparkassen nun mit den Schwaben offenbar erarbeiten. „Dabei geht es auch um Kompetenzfragen und an welchem Standort welcher Bereich angesiedelt wird“, sagte der WLSGV-Sprecher. Ziel sei die Stärkung des Finanzplatzes Nordrhein-Westfalen.Nils-Viktor Sorge

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