Wirtschaft : Sparkassen unter Wettbewerbsdruck

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Verliert jeder dritte SparkassenBeschäftigte seinen Job? Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi fürchtet, dass der Umbau der Finanzgruppe, bei der 60 Prozent aller Deutschen Kunden sind, zu Lasten der 400000 Mitarbeiter gehen wird. Nach dem Leitsatz „Mehr verkaufen – weniger verwalten“ trimmen sich die Sparkassen derzeit für den schärferen Wettbewerb. Die Erträge der 489 kommunalen Mitgliedsunternehmen müssen steigen, weil 2005 die Staatshaftung (siehe Lexikon) für Sparkassen und Landesbanken wegfällt und deshalb die Finanzierungskosten künftig steigen. Sparkassen-Präsident Dietrich Hoppenstedt strebt eine Eigenkapitalverzinsung von 15 Prozent (aktuell: zwölf Prozent) an. Die Kostenquote ist mit 65 Prozent im Vergleich zu den Geschäftsbanken zwar niedrig, nach Hoppenstedts Geschmack aber immer noch unbefriedigend. Neben dem Versuch, Sparkassen zu fusionieren, um Synergieeffekte zu erzielen, steht der Abbau von Personalkosten Verdi zufolge ganz oben auf der Rationalisierungsliste. Mit Blick auf die Landesbanken wurde die Gewerkschaft in der vergangenen Woche von der Landesbank Baden-Württemberg bestätigt, die wegen des Wegfalls der Staatshaftung 1500 zusätzliche Stellen streichen muss. „Nicht zutreffend“, kontert dagegen der Deutsche Sparkassen- und Giroverband. Die Sparkassen-Jobs seien „deutlich sicherer als in der übrigen Kreditwirtschaft“. Angesichts des Kahlschlags bei den Privatbanken ist das allerdings nach Meinung von Verdi auch keine Kunst. mot

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