Wirtschaft : Sparkassen vertragen sich

Arbeitsteilung mit Landesbanken vereinbart

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Berlin Sparkassen und Landesbanken wollen sich nicht länger gegenseitig Konkurrenz machen und so einen drohenden Zerfall der öffentlich-rechtlichen Bankengruppe verhindern. Vertreter der rund 470 Sparkassen, aller Landesbanken sowie der zum Finanzverbund gehörenden Institute verständigten sich am Montag in Berlin auf die künftige Arbeitsteilung sowie den weiteren Marktauftritt. Danach ist das Massen- und Privatkundengeschäft weiter Sparkassen vorbehalten. Die Landesbanken sollen als Geschäftsbanken relativ frei agieren können und sich als Girozentralen um die Sparkassen ihrer Regionen kümmern. Das sieht die „Berliner Erklärung“ vor. Sie soll den seit Monaten schwelenden Konflikt im Sparkassenlager beilegen.

Sparkassen-Präsident Dietrich Hoppenstedt sprach von „Aufbruchstimmung“ und sagte, die Finanzgruppe habe einen „großen Schritt nach vorne gemacht“. „Es ist der feste Wille zum Ausdruck gekommen, dass die Sparkassen-Finanzgruppe ihre gestiegene Verantwortung für den Finanzplatz Deutschland gemeinsam wahrnehmen will“, sagte Hoppenstedt. Mit dem Strategiepapier gebe es nun eine Plattform, um Konflikte „besser zu beherrschen und zu lösen“.

Hintergrund ist der Wegfall staatlicher Haftungsgarantien für Landesbanken. Auf der Suche nach neuen Ertragsquellen „wildern“ Landesbanken im Sparkassen-Terrain und drängen in deren Geschäft mit Massenkunden. Sie streben auch Zusammenschlüsse mit Sparkassen an oder steigen ins Direktbank-Geschäft ein. Angestammte Geschäftsfelder der Landesbanken waren bisher das Kreditgeschäft mit Großkunden, das Investment-Banking oder das Auslandsgeschäft. Der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) sah den Erhalt der Gruppe bedroht. Der Sparkassen-Verbund ist nach eigenen Angaben die größte Bankengruppe der Welt.

Institute dürften nicht „in Geschäftsgebieten anderer Sparkassen mittelbar oder unmittelbar tätig“ werden, steht nun in der „Berliner Erklärung“. Mit Blick auf das Privatkundengeschäft heißt es, sollten Landesbanken spezielle Kundengruppen betreuen, müsse eine „verbundkompatible Lösung“ gefunden werden. dpa

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