Wirtschaft : Sparkassen wollen Landesbank Berlin ganz

Kleinaktionäre werden in bar abgefunden

Berlin - Die Landesbank Berlin (LBB) soll den Sparkassen künftig ganz gehören. Bislang hält die Sparkassen-Finanzgruppe 98,67 Prozent der Anteile, der Rest verteilt sich auf Kleinaktionäre. Diese sollen nun im Rahmen eines sogenannten Squeeze-out aus dem Unternehmen gedrängt werden, wie der Deutsche Sparkassen- und Giroverband (DSGV) am Dienstag mitteilte. Die LBB-Aktie schoss am Dienstag im Frankfurter Handel um rund 30 Prozent in die Höhe und kostete zuletzt 3,89 Euro. Über die Höhe der Barabfindung für die LBB-Kleinaktionäre machte der DSGV keine Angaben. Wahrscheinlich ist aber ein Ausgleich in Höhe des durchschnittlichen Aktienkurses der vergangenen drei Monate.

Begründet wird der Squeeze-out mit Kosteneinsparungen. So sei etwa die „Umsetzung von Strukturmaßnahmen bei der Landesbank“ einfacher, die der Zustimmung der Hauptversammlung bedürften. Die Durchführung der Aktionärstreffen werde kostengünstiger, eine Notierung der Aktie an der Börse und die damit verbundenen verschärften Publizitätspflichten entfielen. Einen Zusammenhang mit den vergangene Woche veröffentlichten Quartalszahlen der Landesbank will man bei den Sparkassen offiziell nicht sehen. Doch das Ziel, Kosten zu sparen, passt ins Bild: Die Landesbank hatte wegen der Belastungen aus griechischen Staatsanleihen im dritten Quartal vor Steuern ein Minus von 125 Millionen Euro eingefahren und die Gewinnprognose für 2011 kassiert.

Wegen des mageren Ergebnisses im laufenden Jahr darf sich die Sparkassen- Gruppe wenig Hoffnung auf eine Dividende machen. Für 2010 hatte die LBB noch 14 Cent pro Aktie gezahlt. Auch wird es bei den Sparkassen wohl erneut zu Wertberichtigungen ihrer Beteiligung an der Landesbank kommen. „Es wird Abschreibungen geben“, hieß es dazu am Dienstag. Die Sparkassen-Finanzgruppe hatte die LBB 2007 für 5,3 Milliarden Euro übernommen. mot

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