Wirtschaft : Sparkurs der Bahn gefährdet Jobs von Ingenieuren

Verband: Bis zu 3000 Arbeitsplätze in selbstständigen Büros bedroht

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Berlin (hop). Die Sparmaßnahmen der Deutschen Bahn bei Investitionsprojekten belasten selbstständige Ingenieurbüros. Etwa 2000 bis 3000 Arbeitsplätze seien gefährdet, sagte Uwe Donath, Geschäftsführer des Branchenverbandes VUBIC, dem Tagesspiegel. Laut einer Umfrage unter den Mitgliedern im Januar rechneten die Ingenieurbüros im Durchschnitt mit etwa 25 Prozent geringeren Umsätzen mit der Bahn als bisher. Dies entspreche etwa 150 Millionen Euro, sagte Donath. Elf Unternehmen hätten bereits Kurzarbeit angeordnet. Ein Büro hat Mitarbeiter gekündigt, weitere seien jetzt ebenfalls dazu gezwungen. Ein Bahnsprecher sagte dem Tagesspiegel: „Wir haben Verständnis für die Unsicherheit.“ Die Bahn habe aber nicht anders handeln können.

Im vergangenen Dezember hatte der Konzern einen Auftrags und Vergabestopp für die Planung und Durchführung neuer Bauprojekte angekündigt – und schließlich auch eingeleitet. Auch einige laufende Verträge seien jetzt storniert worden, hieß es beim VUBIC. Der Grund: Es ist weiterhin unklar, wie hoch die Investitionszuschüsse des Bundes an die Bahn in diesem Jahr ausfallen werden. Die Verzögerungen bei der Einführung der Lkw-Maut haben ein Loch von mehr als zwei Milliarden Euro in den Bundeshaushalt gerissen, dabei waren die Einnahmen bereits für Investitionen in das Schienen- und Straßennetz eingeplant worden. Endgültige Klarheit für den Verkehrshaushalt in diesem Jahr – und damit auch für die Zuschüsse an die Bahn – wird bis Ende Februar erwartet.

VUBIC-Geschäftsführer Donath sagte: „Die Situation für viele unserer Mitgliedsunternehmen ist auch deshalb sehr bedrohlich, weil diese Auftragseinbrüche nicht durch andere Aufträge im Verkehrssektor, etwa aus dem Straßenbau, ausgeglichen werden.“ Schließlich betrifft die unsichere Lage beim Verkehrshaushalt auch die Planung neuer Straßenprojekte. Wie viele Arbeitsplätze hier gefährdet seien, sei noch nicht absehbar, sagte Donath. Er hoffe aber noch, dass wenigstens hier die Probleme gelöst würden. Anders sehe es bei der Bahn aus. Donath sagte, er befürchte, dass der Konzern schon allein mit dem Ziel Börsenfähigkeit Investitionen, die er auch teilweise selber bezahlen muss, kürzen werde.

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