Wirtschaft : Sparkurs hilft Air Berlin

Weniger Passagiere und höhere Erlöse im August.

Berlin - Der Sparkurs bei Air Berlin wirkt sich aus. Im August flogen 2,85 Millionen Passagiere mit der zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft – das waren 2,4 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Das Unternehmen begründete das Minus am Freitag mit „gezielten Kapazitätskürzungen“. 60 000 Sitzplätze sind demnach weggefallen. Zwar ging die Auslastung der Maschinen um 0,6 Prozentpunkte zurück, aber Air Berlin konnte den Erlös pro angebotenem Sitzplatzkilometer um 14,4 Prozent auf 5,55 Cent steigern.

An der Börse wurden die Zahlen mit gemischten Gefühlen aufgenommen: Bis zum Nachmittag gehörte die Aktie des Unternehmens mit einem Plus von zeitweise fast drei Prozent zu den Gewinnern im S-Dax kleinerer Werte. Im Tagesverlauf verlor das Papier jedoch wieder und schloss knapp zwei Prozent im Minus bei 3,97 Euro.

Air Berlin hat im Juni aufgrund der stark gestiegenen Treibstoffkosten begonnen, unrentable Strecken zu streichen. „Angesichts des hohen Kerosinpreises lautet das Mittel, um die Kosten in den Griff zu kriegen, weiterhin: weniger Passagiere, weniger Wachstum“, sagte NordLB-Analystin Martina Noß dem Tagesspiegel. So richtig würden die Maßnahmen aber erst im Winterflugplan greifen, im Sommer habe Air Berlin nur leichte Korrekturen vornehmen können. Die Fluglinie will zehn Prozent auf der Kurz- und 30 Prozent auf der Langstrecke kürzen.

Anders als Air Berlin glänzte Easyjet am Freitag mit deutlich gestiegenen Passagierzahlen. 4,59 Millionen Reisende und damit fast 24 Prozent mehr als ein Jahr zuvor benutzten im August eine Maschine des britischen Billigfliegers. Aber auch Easyjet hat für den Winter bereits Kapazitätskürzungen angekündigt. Europas größter Billigflieger Ryanair hatte am Vortag bei leicht sinkender Auslastung 19 Prozent mehr Passagiere gemeldet. jul

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