Wirtschaft : Sparlampen werden deutlich teurer Osram und Philips verweisen auf Rohstoffe

Berlin - Zeitgleich zu dem von der EU verordneten Verkaufsverbot für 60-Watt- Glühlampen ab dem 1. September erhöhen die führenden Hersteller von Energiesparlampen die Preise. Bei der Siemens-Tochter Osram steigen sie inklusive einer Erhöhung vom Frühjahr in diesem Jahr um bis zu 25 Prozent, sagte ein Osram-Sprecher am Mittwoch. Auch der niederländische Weltmarktführer Philips plant in Deutschland durchschnittliche Steigerungen zwischen 20 und 25 Prozent „im Laufe der nächsten Monate“, sagte ein Sprecher in Amsterdam.

Beide erklärten, es gebe keinen Zusammenhang mit dem neuen Vertriebsverbot konventioneller 60-Watt-Leuchten. Sie verwiesen auf gestiegene Rohstoffkosten – vor allem für Spezialmetalle, die man unter der Bezeichnung Seltene Erden zusammenfasst. China kontrolliert rund 95 Prozent dieser Vorkommen und hat den Export begrenzt. Um rund 130 Prozent seien die Preise dafür innerhalb eines Jahres gestiegen, sagen Experten. Osram behauptet, Seltene Erden seien gar um 700 Prozent teurer geworden.

„Trotzdem drängt sich der Verdacht auf, dass hier Extrakasse auf dem Rücken der Verbraucher gemacht wird“, sagte Steffen Küßner vom Bundesverband der Verbraucherzentralen in Berlin. Er nannte die Preiserhöhung „ziemlich ärgerlich“ – auch weil sein Verband den Einsatz von Energiesparlampen grundsätzlich empfiehlt, da der höhere Anschaffungspreis sich in vielen Haushalten schon nach wenigen Monaten Betriebsdauer rechnen soll.

Die Preissteigerungen könnten Verbraucher nun dazu bewegen, sich noch schnell einen Vorrat alter Glühlampen anzulegen, von denen noch Restbestände legal verkauft werden dürfen. „Ich rate eher dazu, sich jetzt noch günstigere Restbestände an Energiesparlampen zu sichern, bevor die Preiserhöhungen von Philips und Osram im Einzelhandel angekommen sind“, sagte Küßner. kph

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