Sparpläne : Siemens stellt Details zu Stellenstreichungen vor

Noch liegen die genaue Zahl und die Orte der Stellenstreichungen bei Siemens im Reich der Spekulationen. Die besagen jedoch, dass vor allem in Erlangen und Nürnberg Arbeitsplätze wegfallen.

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Bangen bei den Siemens-Mitarbeitern. -Foto: dpa

MünchenDer geplante Stellenabbau bei Siemens soll nach Angaben von Arbeitnehmervertretern "wie befürchtet hoch" ausfallen. "Wir sind nicht mit allem einverstanden, was da vorgestellt wurde", sagte der Vorsitzende des Siemens-Europabetriebsrates, Werner Mönius, anlässlich der Beratungen im Siemens-Wirtschaftsausschuss in München. "Man muss im nächsten Schritt darüber befinden, ob die einzelnen Vorschläge realistisch oder maßlos überzogen sind." Dabei gelte es, an den einzelnen Standorten zu überprüfen, wo tatsächlich Synergie-Effekte zu heben sind und wo ein Stellenabbau zu mehr Arbeits- und Leistungsdruck führen würde.

Am Mittag wollte Siemens die Öffentlichkeit über die Details der geplanten massiven Stellenstreichungen informieren. Bereits vorab war bekanntgeworden, dass weltweit voraussichtlich mehr als 17.000 Arbeitsplätze wegfallen sollen, davon 6450 in Deutschland. Weder der Konzern noch die IG Metall hatten die Pläne allerdings bisher bestätigt.

Auch Mönius wollte sich zu den konkreten Zahlen am Dienstag zunächst nicht äußern. Seit Montag beraten Vertreter der Unternehmensleitung und des Gesamtbetriebsrates über die Personalmaßnahmen. Bei einer Sitzung des Gesamtbetriebsrates am 23. Juli werde aus heutiger Sicht entschieden, ob man den verschiedenen Plänen zustimme oder sie ablehne, sagte Mönius.

Mit dem Rotstift quer durch die ganze Republik

Nach einer Vorabmeldung der "Süddeutschen Zeitung" wird der Abbau neben München vor allem die Region Erlangen und Nürnberg treffen. Nach einem internen Papier, das der Zeitung vorliegt, hätten die Planungen Ende Juni den Abbau von 1290 Arbeitsplätzen allein an den Standorten in Erlangen vorgesehen, 560 Stellen sollten in Nürnberg wegfallen, hieß es. In München seien 880 Arbeitsplätze betroffen.

Die Stellenstreichung bei Siemens trifft dem Papier zufolge fast alle Werke quer durch die ganze Republik: In Hannover sollten 90 Stellen wegfallen, in Berlin 240 und in Hamburg 100. Aber auch an den Standorten Stuttgart, Leipzig, Essen und Düsseldorf würden jeweils zwischen 80 und 170 Arbeitsplätze gestrichen.

Siemens-Chef Peter Löscher hatte erklärt, der Stellenabbau werde vor allem das obere und mittlere Management treffen und von einem Abtragen der "Lehmschicht" gesprochen. Dazu sagte Mönius: "Da sollte man sich nichts vormachen, es sind überwiegend Mitarbeiter betroffen, die dem Tarifkreis angehören. So groß kann der obere Führungskreis gar nicht sein, dass die Masse dort abgebaut wird." (ut/dpa)

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