Sparprogramm : Siemens will Kosten um sechs Milliarden Euro drücken

Schwierige Zeiten für den Technologiekonzern: Das Unternehmen muss profitabler werden. Noch ist offen, wie viele Arbeitsplätze das kosten wird.

von
In der Montagehalle: Siemens präsentierte seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2012 im Gasturbinenwerk in Moabit. Im Hintergrund sind die Endmontagestände zu sehen. Die in weiße Folie verpackte Turbine links ist bereits fertig für den Transport.Alle Bilder anzeigen
Foto: dpa
09.11.2012 11:24In der Montagehalle: Siemens präsentierte seine Bilanz für das Geschäftsjahr 2012 im Gasturbinenwerk in Moabit. Im Hintergrund...

Der Ort war ungewöhnlich: Siemens-Chef Peter Löscher präsentierte die Bilanz des Unternehmens vor den Montageständen des Gasturbinenwerks in Berlin-Moabit. Dafür musste am Donnerstag die Frühschicht ausfallen. Der Ort war aber gut gewählt, denn das Berliner Werk hat schon einiges von dem hinter sich, was der Rest von Siemens noch vor sich hat: „Das Werk ist um ein Vielfaches profitabler geworden als noch vor zwei, drei Jahren“, sagte Löscher.

Effizienter werden, das hat sich das Unternehmen mit dem neuen Programm „Siemens 2014“ für die kommenden beiden Jahre vorgenommen. Bis dahin sollen die Kosten um rund sechs Milliarden Euro sinken, kündigte Löscher an. Ziel ist es, die Gewinnmarge der vier Bereiche Energie, Industrie, Gesundheit sowie Infrastruktur und Städte von derzeit 9,5 auf mindestens zwölf Prozent zu steigern. Zuletzt seien die Wettbewerber einfach besser gewesen, gab der Konzernchef zu. „Die Mannschaft muss die Ärmel hochkrempeln“, forderte Löscher.

Das Effizienzprogramm werde auch Arbeitsplätze kosten. Wie viele, sagte der Siemens-Chef jedoch nicht. Das werde nicht zentral, sondern vor Ort entschieden. „Wer als Manager mit dem Abbau von Stellen prahlt, der muss sich vorher fragen lassen, warum er keine Arbeitsplätze schafft“, ergänzte Finanzchef Joe Kaeser. Die Geschäftsfelder würden darauf geprüft, ob sie aus konjunkturellen oder strukturellen Gründen schlecht liefen. Entsprechend stünden dann Kurzarbeit, Stellenabbau oder der Verkauf an. Bis 2014 wird das Sparprogramm erst einmal 1,5 Milliarden Euro kosten, unter anderem für Abschreibungen auf Anlagen, aber auch Abfindungen für Mitarbeiter.

Arbeitnehmervertreter zeigten sich überrascht von der geplanten Höhe des Einsparvolumens. Und die IG Metall signalisierte bereits ihre Konfliktbereitschaft. Die Börse dagegen reagierte begeistert: In der Spitze legte die Siemens- Aktie am Donnerstag um knapp fünf Prozent auf 82,78 Euro zu.

2 Kommentare

Neuester Kommentar