Sparprogramm : Thyssen-Krupp rüstet sich für schwere Zeiten

Die Wirtschaftskrise hat auch Deutschlands größten Stahlkocher erreicht. Das Düsseldorfer Unternehmen Thyssen-Krupp erwartet einen klaren Rückgang des Umsatzes und will deshalb sparen.

thyssen
Eine Milliarde Euro will Thyssen-Krupp offenbar an Kosten einsparen. -Foto: dpa

DüsseldorfFür das laufende Geschäftsjahr rechnet Thyssen-Krupp mit einem "deutlichen konjunkturbedingten Umsatzrückgang", wie Deutschlands größter Stahlkocher am Freitag zur Vorlage aktueller Zahlen mitteilte. "Dies wird sich im Ergebnis entsprechend niederschlagen." Der Ausmaß des Rückgangs könne zurzeit noch nicht zuverlässig abgeschätzt werden, hieß es.

Thyssen-Krupp kündigte in Reaktion auf die Wirtschaftskrise ein Sparprogramm an: Es seien klare Maßnahmen getroffen worden, um die Kosten im Konzern zu reduzieren. Damit sollten Ergebnis und Liquidität gesichert werden. Zugleich werde das Portfolio weiter optimiert. Zum Umfang machte das Düsseldorfer Unternehmen keine Angaben - in der Presse war zuletzt von einer Milliarde Euro an Einsparungen geschrieben worden.

Konzern hält an Wachstumsstrategie fest

2010 will Thyssen-Krupp wieder auf den "Wachstumspfad zurückkehren". Voraussetzung sei, dass die Weltwirtschaft sich wieder erhole und an Wachstumstempo gewinne. "Wir sind überzeugt, dass unsere 2005 aufgelegte Wachstumsstrategie richtig ist", hieß es. Beeinträchtigungen wie durch die Finanzkrise könnten zu zeitlichen Verschiebungen führen, der langfristige Unternehmenserfolg bleibe davon aber unberührt.

Im abgelaufenen Geschäftsjahr steigerte Thyssen-Krupp den Umsatz auf 53,4 Milliarden Euro von 51,7 Milliarden Euro im Jahr davor. Vor Steuern und Sondereffekten verdiente der Konzern 3,5 Milliarden Euro nach 3,8 Milliarden im Vorjahr und damit mehr als erwartet. Analysten hatten mit einem Umsatz von 53,4 Milliarden Euro und mit einem Vorsteuergewinn vor Sondereffekten von 3,35 Milliarden Euro gerechnet.

Inklusive Sondereffekten erzielte Thyssen-Krupp 2007/2008 einen Vorsteuergewinn von 3,128 Milliarden Euro nach 3,33 Milliarden im Vorjahr. Der Auftragseingang legte mit 55,2 Milliarden Euro zu (Vorjahr: 54,6 Mrd Euro). Der Hauptversammlung wird eine unveränderte Dividende von 1,30 Euro je Aktie vorgeschlagen. (imo/dpa)

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben