Wirtschaft : Spaten-Löwenbräu bittet Biertrinker zur Kasse

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Schlechte Nachrichten für Biertrinker: Nach Preiserhöhungen in der Gastronomie im Zuge der Euro-Umstellung müssen Konsumenten bald auch im Getränkehandel tiefer in die Tasche greifen. Eine "deutliche Preiserhöhung" kündigte der persönlich haftende Gesellschafter der Münchner Spaten-Löwenbräu-Gruppe, Jobst Kayser-Eichberg, am Donnerstagabend in München an. Für den eigenen Konzern stellte er Aufschläge im Handel von 3,5 bis fünf Prozent in Aussicht. Die weit höheren Preissteigerungen in Kneipen und Restaurants hätten die Brauereien dagegen nicht zu verantworten, sagte der Biermanager.

Für viele der immer noch weit über 1000 deutschen Brauereien gelten die Aufschläge als überlebenswichtig. Denn die Brauer liefern sich seit Jahren über Dumpingangebote einen wahren Bierkrieg, der immer mehr Fusionen, Übernahmen oder Zusammenbrüche erzwingt. Zudem drängen ausländische Brauriesen auf den Markt. Der Ausleseprozess wird sich auch im laufenden Jahr fortsetzen, glauben die Brauer der Spaten-Löwenbräu-Gruppe, zu der als assoziiertes Unternehmen auch die Stuttgarter Dinkelacker-Schwabenbräu AG zählt. Zugleich werde der heimische Bierkonsum wohl weiter schrumpfen. Schon 2001 war der Pro-Kopf-Verbrauch in Deutschland um zweieinhalb Liter auf 123 Liter gesunken.

Die Spaten-Löwenbräu-Gruppe, nach eigenen Angaben mit knapp vier Prozent Marktanteil heimische Nummer neun, ficht die schlechte Lage der Branche aber nicht an. Der eigene Jahresabschluss 2000/01 (zum 30. September) sei "fast goldgerändert", sagte Kayser-Eichberg auf der Bilanzpressekonferenz weiter. Während der Ausstoß aller deutschen Brauereien im Vorjahr von 114 Millionen Hektolitern auf 111 Millionen Hektoliter sank, legte die Getränkeproduktion der Münchner Braugruppe um 1,5 Prozent auf über 3,2 Millionen Hektoliter zu. Die höchsten Zuwächse erzielten dabei die nationalen Marken "Franziskaner Weissbier" und helles "Löwenbräu Original". Die Strategie, sich auf die lukrativen Nischen Weizenbier und Helles zu konzentrieren, habe sich bewährt, sagte der Brauchef. Der Konzernerlös wuchs im Vorjahr um gut neun Prozent auf 330 Millionen Euro. Der Jahresüberschuss wurde auf 11,8 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Die Aktionäre sollen eine Dividende von 8,50 Euro zuzüglich einem Bonus von acht Euro je Stückaktie bekommen.

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