Wirtschaft : SPD will Diskussion in Gang setzen

"Adlershofer Leitlinien" sollen Innovationsprozeß beschleunigen

BERLIN (-olm).Er kenne keine Stadt, so der Regierende Bürgermeister a.D.Walter Momper am Freitag auf einer Pressekonferenz im Abgeordnetenhaus, die mit ihren Universitäten und Hochschulen ein so breitgefächertes wissenschaftliches Angebot repräsentiere wie Berlin und gleichzeitig so wenig davon in Produkten und Dienstleistungen umsetze.Um hier neue Anstöße für politisches Handeln zu geben, will die SPD auf einem Sonderparteitag am 13.und 14.Februar auf dem Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort Adlershof das Thema "Innovationen und Beschäftigung für Berlin" zur Diskussion stellen.Als Referenten für die einzelnen Foren, die von den wichtigsten Technologien bis hin zu Fragen der Dienstleistungsbranche und der Existenzgründungen reichen, sind neben Professoren wie Jürgen Ewers (TU), Detlev Ganten (Max-Delbrück-Zentrum), Lothar Willmitzer (Max-Planck-Institut), Günther Seliger (TU), Helmut Hoyer (Fernuniversität Hagen) oder Axel Zerdick (FU) vor allem auch Manager aus der Wirtschaft verpflichtet worden.Niedersachsens Ministerpräsident Gerhard Schröder ist eingeladen, um zum Thema "Perspektiven einer modernen Wirtschaftspolitik" zu sprechen. Den Delegierten des Sonderparteitages werden die nach zweijähriger Vorbereitung erarbeiteten "Adlershofer Leitlinien" zur Beschlußfassung vorgelegt.Mit diesem Thesenpapier wollen die Sozialdemokraten einen in die Zukunft gerichteten Diskussionsmarathon in der Stadt in Gang setzen.Hermann Borghorst, wirtschaftspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, nannte am Freitag sieben Strategien, die als Kernstück des Papiers Richtschnur des künftigen Informationsprozesses sein sollen. Allen Punkten voran steht dabei die Bedeutung des Wissenschaftsstandortes Berlin.Um die positiven Standorteffekte zu sichern und auszubauen, werden unter anderem stärker anwendungs- und praxisorientierte Studiengänge, eine internationale Ausrichtung des Studiums und der Abschlüsse sowie eine effektivere Kooperation, Arbeitsteilung und Schwerpunktbildung innerhalb der Hochschulen aber auch zwischen den einzelnen Institutionen vorgeschlagen.Zu den weiteren Strategiefeldern der "Adlershofer Leitlinien" zählen die immer noch als unzureichend kritisierte Innovationspolitik der Unternehmen, geeignete Fördermaßnahmen für eine neue Dienstleistungskultur in Berlin, das Thema Bildung und Qualifizierung als eine der Schlüsselressourcen, sowie eine technologieorientierte Gründungsoffensive und eine intelligente Neuorganisation der Arbeit.

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