Wirtschaft : SPD will Top-Posten bei Förderbank

Matthäus-Maier könnte staatliche KfW leiten

-

Berlin - Die von Union und SPD getragene Bundesregierung will es offenbar nicht zu einer offenen Auseinandersetzung über eine Neubesetzung des Führungspostens bei der Förderbank des Bundes und der Bundesländer – der KfW-Bankengruppe – kommen lassen. Regierungskreise wiesen am Mittwoch Meldungen über heftigen Streit zwischen Union und SPD in dieser Sache zurück. Hintergrund ist eine Entscheidung des Verwaltungsrates der KfW über die Fortsetzung des Vertrages mit dem Vorstandssprecher Hans W. Reich. Die Entscheidung wird für den 9. Dezember erwartet.

Reichs Vertrag läuft turnusmäßig im kommenden Oktober aus. Zu diesem Zeitpunkt wird der Manager, der die Förderbank seit Oktober 1999 als Sprecher führt, bereits 65 Jahre alt sein. Obwohl Reich keiner Partei angehört, gilt er als CDU-nah. Entscheidet sich der Verwaltungsrat, dessen Vorsitz der neue Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) im Januar 2006 übernimmt, nicht für eine Verlängerung des Vertrages von Reich, könnte KfW-Vorstandsmitglied Ingrid Matthäus-Maier (SPD) zum Zuge kommen. Wie es in Regierungskreisen hieß, liegt eine solche Lösung im Interesse des SPD-Verwaltungsratsmitglieds Peer Steinbrück. Allerdings wolle es Finanzminister Steinbrück nicht auf eine offene Auseinandersetzung mit dem Koalitionspartner Union ankommen lassen, hieß es.

Die frühere Kreditanstalt für Wiederaufbau, die heute KfW-Bankengruppe heißt, ist die öffentliche Bank von Bund und Bundesländern. Der Bund hält 80 Prozent an der Bankengruppe, die Länder halten 20 Prozent. Der Sprecher des Vorstandes wird aus dem Kreis der Vorstandsmitglieder heraus gewählt. Die KfW tritt nach außen vor allem durch eine ganze Reihe von Förderkrediten für Unternehmen auf. Darüber hinaus gehört sie zu den wichtigsten Finanzierungspartnern des Bundes. So hält sie im Auftrag des Bundes Aktien an ehemaligen Staatsunternehmen und soll nach Plänen der Koalition in Zukunft auch das so genannte ERP-Sondervermögen des Bundes verwalten. asi

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben