Wirtschaft : Spediteure sollen frühzeitig für Maut planen Verbände und Toll Collect mit gemeinsamen Aufruf

Bernd Hops

Berlin - Die Vorbereitungen der Spediteure auf die Lkw-Maut laufen bisher schleppend. Deshalb haben am Freitag eine Reihe von Verbänden eine Empfehlung veröffentlicht: „Alle Betriebe sind aufgerufen, jetzt und nicht kurz vor Jahresende den Einbau der automatischen Maut-Erfassungsgeräte – die Obus – zu organisieren.“ Die Alternativen zu den Obus – Buchungen per Internet oder Terminal – könnten nur Übergangslösungen sein, sagte Heiner Rogge, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Speditions- und Logistikverbands (DSLV), dem Tagesspiegel. Wenn jetzt alles zügig gehe, dann könnten bis Jahresende bis zu 350000 Obus installiert sein. Zurzeit sei der Einbau „nicht befriedigend“.

Bisher sind nach inoffiziellen Angaben nur 37000 Geräte installiert worden. Etwa 500000 Obus sollten am Jahresende nach bisheriger Planung eingebaut sein. Theoretisch könnten im Monat von den 1850 Servicepartnern 100000 installiert werden, sagte eine Toll-Collect-Sprecherin. Bei der Motivierung soll der aktuelle Aufruf, an dem sich unter anderen die Speditionsverbände, der Deutsche Industrie- und Handelskammertag, der Bundesverband der Deutschen Industrie und der Verband der Automobilindustrie beteiligten, helfen. DSLV-Hauptgeschäftsführer Rogge sagte, es sei bedauerlich, dass der Einbau nicht schon in den geschäftsschwachen Sommermonaten erfolgen konnte. Die Genehmigung von den Behörden war erst zum 1. August erfolgt. Doch die Spediteure müssten jetzt die Obus bestellen, damit der Einbau noch vor dem wichtigen Weihnachtsgeschäft erfolgen könne.

Eigentlich sollte die Lkw-Maut in Deutschland schon vor knapp einem Jahr starten. Der Termin wurde jedoch dreimal wegen großer technischer Probleme verschoben. Jetzt ist der Januar 2005 geplant. Die technischen Probleme seien offenbar gelöst, sagte Rogge vom DSLV. Das gehe aus von Toll Collect, dem Bundesamt für Güterverkehr (BAG) und einem unabhängigen Gutachter vorgelegten Unterlagen hervor. Sowohl die Zentralsysteme wie die Rechnungslegung als auch die Obus funktionierten demnach. Der eigentliche Testbetrieb mit mehreren Lkws startet allerdings erst Anfang Oktober.

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