Wirtschaft : Spekulationen setzen T-Aktie unter Druck

Gerüchte über eine Platzierung von 200 Millionen Telekom-Aktien

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Berlin (vis). Die Aktie der Deutschen Telekom ist am Dienstag in heftige Turbulenzen geraten. Spekulationen über einen bevorstehenden Verkauf größerer Aktienpakete machten unter den Frankfurter Börsenhändlern die Runde. Im frühen Geschäft fiel die T-Aktie um mehr als sieben Prozent auf 10,26 Euro, konnte sich zunächst wieder erholen. Zum Börsenschluss notierte die T-Aktie bei 10,12 Euro mit einem Abschlag von 7,16 Prozent.

Zunächst wurde spekuliert, Bundesfinanzminister Hans Eichel könnte ein Paket von 200 Millionen T-Aktien verkaufen, um damit die Beihilfen für die Opfer der Flutkatastrophe zu finanzieren. Das wurde jedoch vom Finanzministerium dementiert: „Das ist ein vorgezogener Aprilscherz und gehört in den Bereich der wildesten Spekulationen“, sagte ein Sprecher des Ministeriums. Bei dieser Marktlage stünden in diesem Jahr keinerlei Privatisierungsschritte an, fügte er hinzu. Der Bund hält noch 43 Prozent der Telekom-Aktien.

Als weiterer möglicher Verkäufer wurde der Mischkonzern Hutchison Whampoa aus Hongkong gehandelt. Hutchison hat seit der Voicestream-Übernahme durch die Deutsche Telekom T-Aktien im Depot. Allerdings keine 200 Millionen Stück. Analysten schätzen, dass Hutchison noch etwa 120 Millionen Stück halten könnte. Beobachter hielten es nicht für unwahrscheinlich, dass Hutchison sich nun von einigen Papieren trennen will, um Kasse zu machen. Hutchison will mit seinen Mobilfunkbeteiligungen in Großbritannien und Italien in diesem Herbst mit der neuen Mobilfunktechnik UMTS starten. Dazu sei viel Geld nötig, sagen Beobachter. Eine Bestätigung, dass Hutchison massiv Telekom-Aktien verkauft, gab es am Dienstag allerdings nicht. Die Investment-Bank Goldman Sachs war ebenfalls als Verkäufer im Gespräch, wollte aber zu den Spekulationen keinen Kommentar abgeben.

Im vergangenen Jahr hatten Verkäufe großer Aktienpakete die T-Aktie schon einmal heftig unter Druck gesetzt. Damals hatten sich Hutchison und der finnische Telekommunikationskonzern Sonera von großen T-Aktienpaketen getrennt. Am Dienstag sagte ein Händler in Frankfurt, zwar bewegten die Gerüchte über eine Aktienplatzierung den Markt, „es steckt anscheinend jedoch nichts dahinter“.

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