Wirtschaft : Spekulationen über Verkauf von Jil Sander Prada könnte deutsche Tochter verkaufen

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Berlin Die deutsche Modefirma Jil Sander steht möglicherweise zum Verkauf. Derzeit hält der italienische Modekonzern Prada die Mehrheit an der Jil Sander AG. „Wir kommentieren diese Spekulationen nicht“, sagte ein Prada-Sprecher dem Tagesspiegel. Die „Börsenzeitung“ berichtete unter Berufung auf Unternehmenskreise, es seien Verhandlungen im Gange, um Jil Sander sowie das Modehaus Helmut Lang zu verkaufen.

Die Hamburger Modedesignerin Jil Sander hatte das von ihr gegründete Unternehmen im Jahr 1999 für rund 100 Millionen Euro an den italienischen Modekonzern verkauft. Kurz nach der Übernahme verließ sie das Unternehmen im Streit mit Prada-Chef Patrizio Bertelli. Im Mai 2003 kehrte sie zurück, im Herbst 2004 beendete sie die Zusammenarbeit jedoch erneut. Zwar war es gelungen, den Umsatz im ersten Halbjahr 2004 wieder zu steigern (auf 65,4 Millionen Euro), doch nach Steuern blieb immer noch ein Verlust von 17 Millionen Euro. Die Bilanz für 2004 hat die Jil Sander AG noch nicht vorgelegt. Der italienische Jil-Sander-Chef Giacomo Ferraris will große Teile des Unternehmens – Logistik und Produktion – nach Italien verlagern. Die Verhandlungen mit den Gewerkschaften laufen noch, sagte der Prada-Sprecher. Bis Ende 2006, so der Plan von Jil-Sander-Chef Ferraris, soll das Unternehmen im operativen Geschäft wieder in den schwarzen Zahlen sein.

Spekulationen über einen Verkauf von Jil Sander hatte es in der Vergangenheit immer wieder gegeben. Offenbar findet Prada jedoch keinen Käufer. „Das Problem ist, in der Modebranche sieht es nicht so rosig aus“, sagte ein Branchenkenner. In Deutschland jedenfalls ist der Markt rückläufig. „Boss hat in der Vergangenheit erklärt, Zukäufe zu erwägen“, sagte Commerzbank-Analyst Gavin Finlayson dem Tagesspiegel. „Die Frage ist aber, warum Boss eine defizitäre Firma kaufen sollte.“ Eine weitere Frage sei zudem, welche Zukunft das Unternehmen Jil Sander ohne die Modeschöpferin Jil Sander habe. Boss jedenfalls hat nach Aussage eines Unternehmenssprechers „keine Pläne, Jil Sander zu kaufen“. vis

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