Wirtschaft : Sperren oder Verschlüsseln Wie man seine Daten auf dem iPhone schützt

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Wo war ich? Das Bild zeigt Ortungsdaten eines iPads in Deutschland. Sichtbar macht dies eine Software: petewarden.github.com/iPhoneTracker/. Foto: dpa
Wo war ich? Das Bild zeigt Ortungsdaten eines iPads in Deutschland. Sichtbar macht dies eine Software:...Foto: dpa

Berlin - Schauen Sie plötzlich Ihr iPhone auch mit Skepsis an, weil Sie nicht wissen, welche Daten es über Sie erfasst und was mit den Informationen passiert? Die britischen Informatiker Alasdair Allan und Pete Warden hatten herausgefunden, dass das iPhone 3G sowie das iPad 3G, die mit dem Betriebssystem iOS4 ausgestattet sind, regelmäßig den Standort ihrer Nutzer speichern. „Noch immer ist unklar, warum diese Daten über so einen langen Zeitraum gesammelt werden und was Apple damit vorhat“, sagt Ralf Trautmann vom Internetberatungsportal Teltarif.de. Doch es gibt ein paar Tricks, mit denen man sich gegen den Missbrauch der Daten schützen kann.

Nach Angaben von Allan und Warden werden die Breiten- und Längengrade der Orte, an denen sich ein iPhone-Nutzer aufgehalten hat, mit einem Zeitstempel auf dem Computer gespeichert, und zwar in einer Datei mit dem Namen „consolidated.db“. Dabei fallen zum Teil mehrere zehntausend einzelne Ortsangaben an. Warden stellte im Internet eine Software namens iPhoneTracker bereit, mit der jeder iPhone-Besitzer die gespeicherten Daten auf einer interaktiven Karte darstellen kann (siehe Foto). So lässt sich visuell darstellen, wann der Nutzer an welchem Ort war.

„Leider ist es bis jetzt nicht möglich, die Speicherung zu unterbinden“, sagt Trautmann. Denn anders als bei Diensten, die mit dem Ortungssystem GPS funktionieren, nutzt Apple zur Positionierung in diesem Fall Ortsinformationen aus den Zellen von Mobilfunknetzen. „Das lässt sich nicht abschalten, sonst kann man nicht mehr telefonieren“, sagt Trautmann. Eine Vermutung, warum Apple Mobilfunkdaten und nicht GPS nutzt, ist, dass GPS zu viel Strom verbraucht. „Da die Daten mehrmals täglich erhoben werden, wäre der Akku zu schnell leer“, erklärt Trautmann.

Wer die Daten vor unbefugten Zugriffen schützen will, dem rät Trautmann, auf dem iPhone eine Code-Sperre einzurichten, ähnlich dem Pin-Code, den man beim Anschalten eingeben muss. Die Code-Sperre beim iPhone erreicht man unter „Einstellungen, Allgemein, Code- Sperre, Code aktivieren“ und definiert dann einen vierstelligen Code. Allerdings bedeutet das, dass man nach einer längeren Nutzungspause immer erneut diese vier Ziffern eingeben muss, um eine Anwendung zu starten. Nur Anrufe annehmen geht dann noch ohne Code.

An die Daten in der Datei „consolidated.db“ auf iPhone oder iPad selbst kommt man so einfach nicht heran. Apple schützt das System und entscheidet, welche Software verwendet werden darf und welche nicht. Dies kann man nur umgehen, wenn man das Betriebssystem knackt (Jailbreak). Doch davon rät Trautmann dringend ab. „Damit verletzt man die Nutzungsbedingungen von Apple und verliert unter Umständen die Garantie“, sagt der Experte. Hinzu komme, dass man nach dem Knacken tief in das Betriebssystem eindringen müsse. „Das ist für den normalen Nutzer sicher nicht praktikabel.“

Auch das Fachmagazin „Macwelt“ empfiehlt seinen Lesern die Einrichtung einer Code-Sperre. „Ist die Code-Sperre am iPhone nämlich nicht eingeschaltet, kann ein Fremder an seinem oder sogar Ihrem PC einfach ein neues, unverschlüsseltes Backup anlegen und auswerten“, warnen die Experten. Es reicht also nicht, das iPhone zu sperren. Da sich das Gerät immer wieder mit dem Computer synchronisiert, müssen die entsprechenden Sicherungskopien verschlüsselt werden. Das ist so nicht voreingestellt. Zur Verschlüsselung aktiviert man bei angeschlossenem iPhone in dem Programm iTunes die entsprechende Checkbox und wählt ein Passwort. Corinna Visser

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