Spielwaren : Ravensburger wächst beständig

Mit einem guten Geschäftsjahr und vollen Kassen im Rücken macht sich der Spielekonzern Ravensburger auf den Weg zu neuen Akquisitionen.

Ravensburger
Ravensburger blickt auf ein glänzendes Geschäftsjahr 2006 zurück.Foto: ddp

Der Spielwarenhersteller Ravensburger hat 2006 mit Spielen, Puzzlen und Kinderbüchern seinen Umsatz gesteigert und den Gewinn auf Rekordniveau geschraubt. Die Erlöse stiegen leicht um 1,1 Prozent auf 281,5 Millionen Euro, sagte Vorstandssprecher Karsten Schmidt. Das Jahresüberschuss verbesserte sich um 1,8 Millionen Euro auf 30,9 Millionen Euro - hier sei allerdings ein positiver Sondereffekt von fünf Millionen zu berücksichtigen.

Angesichts voller Kassen will das schwäbische Familienunternehmen aus Ravensburg künftig verstärkt nach Akquisitionsmöglichkeiten Ausschau halten. "In den vergangenen fünf Jahren sind wir von innen heraus gewachsen", sagte Schmidt. Nun schaut die Ravensburger AG auch in Richtung Elektronik. Dabei wolle man nicht die klassischen Ravensburger-Produkte vernachlässigen, betonte der Spiele-Manager. Aber traditionelle Elemente und Elektronik gingen immer mehr ineinander über.

Ravensburger konnte in rückläufigen Märkten im vergangenen Jahr seinen Marktanteil am deutschen Spielemarkt von 6,1 auf 6,6 Prozent steigern. Marktführer sei Lego (11,9 Prozent) vor Mattel (11,1) und Playmobil (9,3). Nach Schmidts Angaben ist Ravensburger bei Spielen die Nummer zwei, bei Puzzlen mit Abstand die Nummer eins und Marktführer bei Kinder- und Jugendbüchern. 60 Prozent des Umsatzes stammen bereits aus dem Ausland - hier sieht Ravensburger vor allem in Europa noch Wachstumschancen.

China und Indien kein Thema

Mit Märkten wie China oder Indien befasst man sich in Ravensburg derzeit nicht: "Wir können nicht die ganze Welt umarmen", meinte Schmidt - dafür sei man zu klein, auch seien die Managementkapazitäten begrenzt. Man sei mehr im europäischen Kulturkreis aktiv, auch wenn es dort ebenfalls Unterschiede im Spielverhalten gebe. "In Deutschland kauft der Vater ein Spielzeug wie ein Ingenieur und die Mutter wie eine Lehrerin", meinte Schmidt. In England dagegen würde Spielzeug schon nach kurzer Zeit durch neues ersetzt.

Für 2007 ist der Spielemanager verhalten optimistisch. Auch wenn ein Erfolg wie der FIFA-Puzzle-Ball zur WM nicht wiederholbar sei, gehe er davon aus, den Umsatz von 2006 mindestens auf Vorjahresniveau halten zu können.

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