Spielzeug als Spion : Wenn nicht nur der Teddy mithört

Stiftung Warentest warnt vor Sicherheitslücken in vernetztem Spielzeug

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Süße Spione. Vor diesen vernetzten Spielzeugen wird gewarnt
Süße Spione. Vor diesen vernetzten Spielzeugen wird gewarntFoto: Stiftung Warentest

Berlin - Für Kinder sind moderne Spielzeuge wie der internetfähige Roboter i-Que enorm attraktiv. Denn der kann nicht nur laufen, sondern auch sprechen und ermöglicht sogar Unterhaltungen mit den Kleinen. Das macht die elektronischen Spielsachen auch für Erwachsene attraktiv, da der Nachwuchs statt den Eltern den Roboter mit Fragen löchern kann. Doch die Stiftung Warentest rät vor der Nutzung des Roboters und anderer vermeintlich intelligenter Spielzeuge ab.

Sieben vernetzte Spielgeräte haben sich die Warentester für die September-Ausgabe angeschaut und dabei erhebliche Sicherheitslücken gefunden. „Einige von diesen Spielzeugen sind brandgefährlich, weil sie eine ungesicherte Funkverbindung haben. Das heißt, dass jeder Smartphone-Besitzer sich mit ihnen verbinden kann, um das Kind abzuhören, es auszufragen oder zu bedrohen“, sagt Test-Redakteur Martin Gobbin. Das ist beispielsweise bei dem i-Que-Roboter der Fall. Man benötige dabei weder Hackerfähigkeiten noch Spezialausrüstung, da sich auch ohne Passwort oder PIN-Code jedes Smartphone mit dem Roboter via Bluetooth verbinden könne. Allerdings nur, solange sich die Geräte im Umkreis von etwa zehn Metern befinden. Doch dann könne es auch ein Nachbar durch die Hauswand.

Auch bei dem Toy-Fi-Teddy, mit dem sich Eltern und Kinder über das Internet Sprachnachrichten senden sollen, könnten sich Unbekannte in der Nähe einfach in die Gespräche einklinken. Ähnlich leicht lässt sich der Roboterhund Chip kapern. Allerdings ist hier der mögliche Schaden deutlich geringer, da Fremde nur Bewegungen des Spielzeugs steuern, nicht aber mit dem Kind kommunizieren können.

Bei anderen Angeboten kritisiert Stiftung Warentest die Daten, wie beispielsweise den Geburtstag des Kindes, die an die Hersteller, aber teilweise auch Werbeanbieter übertragen werden. Um mit den Kindern kommunizieren zu können, werden zudem die Gespräche aufgezeichnet und teils im Internet gespeichert. „Mattel stellt Eltern sogar alle Aufnahmen von Barbie online zur Verfügung, so dass Mama und Papa das eigene Kind belauschen können“, kritisiert Stiftung Warentest. Einige der Spielzeuge sprechen jedoch bislang nur Englisch und sind hierzulande daher eher für Hipster attraktiv.

Spielzeuge als Spione haben auch schon im Frühjahr für Ärger gesorgt. Da hatte die Bundesnetzagentur die Puppe Cayla in Deutschland verboten, die über Lautsprecher und neben Mikrofon mit Kindern kommuniziert. Oliver Voss

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