Spitzelaffäre : Bahn sammelte Krankendaten von Mitarbeitern

Die Bahn hat weitere Verstöße gegen den Datenschutz eingeräumt: Internen Ermittlungen zufolge sammelte der Konzern Krankendaten von Mitarbeitern auf Listen der Sicherheitsabteilung. Der neue Vorstand hat für die Verantwortlichen wenig Verständnis.

Die Bahn räumte ein, Krankendaten von Mitarbeitern gesammelt und auf Listen geführt zu haben. Betroffen seien Regionabteilungen der Tochter DB Sicherheit GmbH, teilte das Unternehmen mit. Die Daten hätten gar nicht erst erhoben werden dürfen.

Zum Inhalt der Krankendaten und dem Zeitraum, über den die Listen geführt wurden, könne der Konzern nichts sagen, erklärte ein Sprecher. Es handle sich aber eindeutig nicht um Daten, die den Arbeitsplatz betreffen. Deren Sammlung ist zulässig. Betroffen sei eine kleinere Zahl der insgesamt 2200 Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung.

Anders als zu Beginn der Datenaffäre geht die Bahn mit der jüngsten Entdeckung offensiv um und räumt von sich aus Verfehlungen ein. Zugleich kündigte das Unternehmen an, sich von den verantwortlichen Mitarbeitern trennen zu wollen. Man werde sicher stellen, dass sich ein solches Vorgehen nicht wiederholen werde.

Die Bahn steht seit Monaten in der Kritik. Das Unternehmen hatte massenhaft Mitarbeiterdaten mit jenen von Zulieferern abgeglichen. Damit wollte die Bahn nach eigenen Angaben Hinweisen auf Bestechung und Bestechlichkeit nachgehen. Zudem wurden in großem Stil E-Mails überwacht, um auf die Spur von Kontakten der Beschäftigten zu Konzernkritikern und Journalisten zu kommen. Im Zuge der Affäre musste unter anderem der langjährige Bahnchef Hartmut Mehdorn gehen.

Doch nicht nur die Deutsche Bahn sammelt Daten über ihre Mitarbeiter. Auch andere Konzerne wie der Lebensmittel-Discounter Lidl oder der Autobauer Daimler gerieten in den vergangenen Monaten deshalb in die Kritik.

Quelle: ZEIT ONLINE, dpa, sp

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