Spitzelaffäre : HP-Spitze vor US-Kongress angehört

In der seit Wochen schwelenden Bespitzelungsaffäre des US-Computerkonzerns Hewlett-Packard, bei der undichte Stellen im Verwaltungsrat ausspioniert worden waren, hat die Konzernführung vor einem Ausschuss des US-Kongresses ausgesagt.

Washington - Dabei ging es nach Angaben von Teilnehmern um die Überwachung von Aufsichtsratsmitgliedern und Journalisten, deren Telefon-Verbindungsdaten unter Benutzung falscher Identitäten erschlichen worden waren. Die zurückgetretene HP-Aufsichtsratschefin Patricia Dunn sagte aus, sie habe geglaubt, die erschlichene Information habe aus öffentlichen Quellen gestammt. Auf die Frage, ob sie bei einem Treffen anwesend gewesen sei, auf dem sie über die illegalen Praktiken informiert worden sein soll, sagte sie, sie könne sich nicht daran erinnern. Die Angelegenheit führte in den USA zu einer politischen Debatte über Datenschutz. Zudem trat die HP-Chefjuristin Ann Baskins zurück.

Mehrere Ausschussmitglieder forderten bei der Anhörung eine schnelle Abstimmung über ein Gesetz, das diese Praktiken eindeutig für illegal erklären soll. Ein solches Gesetzesprojekt sollte ursprünglich im vergangenen Mai geprüft werden, sei aber "auf seltsame Weise verschwunden" von der Tagesordnung, sagte der Demokrat John Dingell. Sein Parteikollege Jay Inslee sagte, "wir fordern von der Führung der republikanischen Partei, uns zu sagen, warum dieses Gesetz nicht verabschiedet wurde." Eine Verabschiedung sei innerhalb von 24 Stunden möglich. (tso/AFP)

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