Wirtschaft : Spitzenmanager fordern Bildungsoffensive

Siemens-Chef von Pierer: Das Land braucht eine nationale Initiative

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Frankfurt (Main)/Hamburg (dpa). Führende Manager sorgen sich um den Bildungsstandort Deutschland. SiemensChef Heinrich von Pierer warnte in einem Beitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ vor einem schleichenden Abstieg Deutschlands durch die Erosion von Innovationskraft, Bildung und Forschung. Walter Conrads, Sprecher der Geschäftsführung der Philips GmbH, bemängelte, dass immer weniger Abiturienten studieren. „Nur 35 Prozent der Abiturienten entscheiden sich in Deutschland für ein Studium, während der Durchschnitt der OECD-Staaten bei 45 Prozent liegt“, kritisierte Conrads. „Das ist eine alarmierende Entwicklung.“ Darunter litten vor allem die technischen und naturwissenschaftlichen Fächer. „Wir müssen junge Menschen wieder hierfür begeistern“, sagte Conrads.

Siemens-Vorstandschef von Pierer forderte ein konkretes Programm, „das Forschung und Bildung zur absoluten Priorität macht“. Geschehe das nicht, werde es in Deutschland zwar weiterhin „Inseln von Spitzenforschung und -technologie“ geben, nämlich einzelne, meist mittelständische Unternehmen. Mit Blick auf Korea und China forderte von Pierer aber eine nationale Innovationsinitiative, um den Kampf um die technologische Führungsrolle in der Welt aufnehmen zu können. Von Pierer nannte zehn Punkte, darunter die Aufwertung der Schulen, die Erhaltung der dualen gewerblichen Ausbildung in Betrieb und Berufsschule, eine Reform der akademischen Bildung, mehr Forschungsförderung und Wagniskapital. Zudem müssten innovative Projekte wie etwa der Transrapid verwirklicht werden.

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