Sportfernsehen : DSF fürchtet Umsatzeinbruch nach Bwin-Verbot

Nach dem Geschäftsverbot für den privaten Sportwettenanbieter Bwin befürchtet DSF einen Einbruch seiner Werbeeinnahmen.

Düsseldorf/Dresden - Der Chef des Deutschen Sportfernsehens, Rainer Hüther, sagte dem Handelsblatt: "Die Politik nimmt uns einen großen Wachstumsmarkt. Das ist für uns sehr bitter." Hüther drohte mit rechtlichen Schritten. Das staatliche Wettmonopol sei "auf Dauer nicht zu halten", betonte er.

Der österreiche Glücksspielkonzern Bwin - vormals Betandwin - ist mit seinem Werbeetat ein wichtiger Kunde für die Privatsender. Allein beim DSF kommen dem Zeitungsbericht zufolge 15 Prozent der Reklameumsätze aus dem Wettgeschäft, ein Großteil davon direkt von Bwin. Private Wetten seien ein "Wachstumsmarkt im dreistelligen Millionenbereich", sagte Hüther.

Staatliches Wettmonopol grundsätzlich zulässig

Das Regierungspräsidium Chemnitz hatte am Donnerstag verfügt, dass Bwin und sein sächsischer Ableger in ganz Deutschland keine Sportwetten mehr anbieten oder vermitteln noch dafür werben dürfen. Sachsen handle auf Grundlage von Beschlüssen aller 16 Bundesländer, erklärte der Innenstaatssekretär Jürgen Staupe das Verbot. Die Länder berufen sich auf ein Grundsatzurteil des Bundesverfassungsgerichtes vom März. Danach ist das staatliche Wettmonopol, wie durch den staatlichen Anbieter für Sportwetten Oddset, grundsätzlich zulässig. Allerdings muss der Staat dieses Monopol "konsequent am Ziel der Bekämpfung von Wettsucht ausrichten".

Die Sächsische Lotto GmbH als staatlicher Anbieter von Sportwetten sei den Vorgaben zur Suchtprävention und zur Werbebeschränkung bereits nachgekommen, erklärte das Dresdner Innenministerium weiter. Als Beispiele nannte ein Sprecher die Ernennung eines Suchtbeauftragten oder Hinweise auf die Spielsuchtgefahr in den Lotto-Verkaufsstellen.

Bwin will gegen das Verbot klagen und kündigte eine Schadenersatzforderung in Millionenhöhe an. Bis zur gerichtlichen Klärung will die Firma ihre Wetten im Internet weiter anbieten. (tso/AFP)

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