Wirtschaft : Sporthandel hält sich fit

Intersport-Chef freut sich über Rekordjahr

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Laufende Einnahmen. Schuhe und Textilien bringen am meisten Umsatz. Foto: dpa

Düsseldorf - Mit Turnschuhen, Trikots und Skiern lässt sich auch in der Rezession Geld verdienen. „Wir haben das beste Jahr der Unternehmensgeschichte hinter uns“, sagte Intersport-Chef Klaus Jost dem „Handelsblatt“. Europas größte Vereinigung von Sporthändlern steigerte den Umsatz 2008 um mehr als sechs Prozent auf über 2,4 Milliarden Euro. Jost begründete das gute Geschäft mit dem steigenden Gesundheitsbewusstsein der Deutschen. Der Manager geht zuversichtlich ins neue Jahr und rechnet trotz Wirtschaftsflaute mit stabilen Umsätzen in den 1400 Läden der Genossenschaft aus Heilbronn.

Besonders bemerkenswert: Trotz der vielen Schreckensmeldungen aus der Wirtschaft hielten sich die Kunden auch im Dezember nicht mit ihren Einkäufen zurück. Die Einnahmen der Intersport- Händler legten im Weihnachtsgeschäft um rund sechs Prozent zu. Insgesamt verbuchte der Handel in Deutschland nach Angaben des Branchenverbands HDE im Dezember ein Umsatzplus von nur rund einem Prozent.

Jost führt die höheren Erlöse der Intersport-Mitglieder auch auf die Schwäche der Warenhausketten Karstadt und Kaufhof zurück. „Wir haben unseren Marktanteil um einen Prozentpunkt auf 34 Prozent ausgebaut.“ Wichtigster Wettbewerber von Intersport ist der ebenfalls genossenschaftlich organisierte Verbund Sport 2000. Der gesamte Sportartikelmarkt in Deutschland ist im Jahr 2008 um rund drei Prozent auf 7,1 Milliarden Euro gewachsen. Das ist beachtlich im Vergleich zu anderen Branchen. Die Hersteller von Unterhaltungselektronik etwa gehen laut ihrem Industrieverband GfU von einem Umsatzplus von zwei Prozent aus.

Allerdings geht die Wirtschaftskrise auch an der Sportindustrie nicht ganz spurlos vorüber. „Es ist eine allgemeine Verunsicherung und Zurückhaltung der Konsumenten zu spüren“, sagte jüngst Herbert Hainer, Chef des Sportkonzerns Adidas. Die Menschen verhielten sich aber von Land zu Land ganz unterschiedlich. Am wenigsten Lust aufs Einkaufen haben nach Ansicht des Managers die Amerikaner, Engländer und Spanier. Diese Nationen sind von der globalen Rezession am schlimmsten getroffen. Dem deutschen Sporthandel ist es jedoch auch in der Vergangenheit immer wieder gelungen, sich von einem schlechten konjunkturellen Umfeld abzukoppeln. „Die Leute tun dann mehr, um fit zu bleiben“, sagt Intersport-Chef Jost.

Mit dem Laufen verdienen Händler und Hersteller das mit Abstand meiste Geld. Auf Rang zwei der wichtigsten Erlösquellen folgen Teamsportarten wie Fußball oder Basketball. jojo (HB)

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