Wirtschaft : Spreequell ist innahezu aller Munde

Berliner Mineralbrunnen in der Region Marktführer

BERLIN(dr).Beim Bekanntheitsgrad kann sich die Spreequell Mineralbrunnen GmbH vermutlich mit Marlene Dietrich messen.Der Berliner Mineralbrunnen, der seit 1991 zu Brau und Brunnen gehört und seit 1993 hundertprozentige Tochter der Apollinaris Brunnen AG ist, hat einen Bekanntheitsgrad von über 80 Prozent in der Hauptstadt und Brandenburg.So konnten die beiden Geschäftsführer, Jürgen W.Peschel und Michael Sasse, am Dienstag abend vor dem Märkischen Presse- und Wirtschaftsclub denn auch stolz darauf verweisen, daß man in der Region Marktführer sei.800 000 Hektoliter Mineralwasser und Erfrischungsgetränke konnte die 1961 gegründete Spreequell verkaufen.Dies sind rund 140 Mill.Flaschen.Wohlgemerkt Mehrwegflaschen, wie die Geschäftsführer betonen.Denn Spreequell verkauft zu 97 Prozent in Mehrwegflaschen und hebt sich damit deutlich ab vom allgemeinen Trend in Berlin und den neuen Bundesländern.Dort werden in der Regel 60 Prozent der Getränke in Einweggebinden verkauft.Doch die Mehrwegflasche setzt Grenzen.Bei Mineralwasser, das - gesetzlich vorgeschrieben - am Förderort auch abgefüllt werden muß, beträgt diese Grenze etwa 250 Kilometer.So gehen nur wenig Spreequell-Produkte nach Mecklenburg-Vorpommen und Sachsen-Anhalt.
Doch in Berlin hat man große Ziele.Gegenwärtig enfallen noch rund 63 Prozent auf reines Mineralwasser, 37 Prozent auf Limonaden und Fruchtsaftgetränke.Künftig soll insbesondere der Cola-Bereich ausgebaut werden.Mit der alten Vita Cola ist man bereits erfolgreich, seit 1995 wird auch wieder Club Cola produziert und in Thüringen beherrscht man bereits 20 Prozent des Cola-Marktes.Produziert werden gegenwärtig rund 50 000 Hektoliter Club Cola, doch bei Spreequell ist man so ehrgeizig, an alte Zeiten anknüpfen zu wollen.1989 wurden in der damaligen DDR immerhin 1,5 Mill.Hektoliter des braunen Getränks verkauft.
Der Grundstoff für alles ist das Mineralwasser, das übrigens vom Berliner Umweltsenator amtlich anerkannt werden muß.Gefördert wird das Wasser aus zwei Brunnen aus etwa 55 Metern Tiefe.Dabei wird die Qualitätssicherung groß geschrieben.Ein Qualitätsmanagement wurde installiert, der Betrieb hat die Zertifizierung ISO 9001 und im kommenden Jahr soll das Öko-Audit folgen.
Stolz ist man an der Spree auf die 100 gut ausgebildeten Mitarbeiter.Allerdings wird auch nicht verschwiegen, daß es nach der Wende noch 400 waren.Doch diese Beschäftigtenzahl ließ sich nicht halten.In den vergangenen sechs Jahren hat man rund 70 Mill.DM investiert, inzwischen das westdeutsche Produktivitätsniveau erreicht und seit 1996 auch Gewinne erwirtschaftet.

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