Wirtschaft : Springer auf dem Weg ins Ausland

BERLIN (dr). Zufriedene Aktionäre und ein Vorstand der auf Expansion setzt bestimmten das Bild auf der Hauptversammlung der Axel Springer AG, Berlin/Hamburg, am Mittwoch in Berlin. Springer sei auf dem Kurs von einem deutschen Verlagshaus zu einem internationalen Medienunternehmen zu werden, kündigte der Vorstandsvorsitzende, August A. Fischer, den Anteilseignern an. Zunächst werde man in Großbritannien und dann in den USA einsteigen, so Fischer, der auch auf Nachfragen keine Einzelheiten nennen wollte, denn "Akquisitionen brauchen Diskretion".Auf dem deutschen Zeitungsmarkt geht es Springer um eine Festigung der laut eigenen Aussagen führenden Position. Ein starkes Gewicht behalte hierbei selbstverständlich der Berliner Zeitungsmarkt. Die "Berliner Morgenpost" solle zur führenden Zeitung für die gesamte Region gemacht werden, die positive Entwicklung der "Welt" solle kontinuierlich gefördert werden. Schwarze Zahlen erwartet Fischer bei dieser Zeitung aber erst in fünf Jahren. Bei den Zeitschriften will Springer mit mindestens einem neuen Titel herauskommen. Sicher würden dies nicht nur Objekte mit hohen Auflagen sein, sondern interessante, klug positionierte, qualitativ hochwertige Zeitschriften, mit denen man einen guten Vertriebspreis und ein interessantes Anzeigengeschäft erwirtschaften könne. Dringend notwendig sei auch ein "neues Zeichen" im Markt der Programmzeitschriften.Im Bereich Bücher halte der Verlag nach weiteren interessanten Akquisitionen Ausschau. Motiv für weitere Übernahmen sei, das Buchgeschäft möglichst schnell auf einen Umsatz zu bringen, der Springer in diesem Bereich wettbewerbsfähig mache.Bei den elektronischen Medien sei man, so Fischer, "im vollen Lauf" und dem Ziel ein Stück näher gekommen, Marktbedeutung und Kompetenz zu erlangen. Besondere Beachtung verdienten hier in Zukunft der hochinteressante Markt des Electronic-Commerce und der Ausbau der neuen Internet-Suchmaschine Infoseek, die zusammen mit Holtzbrinck, der Telekom und der US-Gesellschaft Infoseek betrieben wird. Zukäufe gab es im Bereich TV-Formate, um so Produktionskapazität und Know-how zu gewinnen. Zuversichtlich äußerte sich Fischer auch für "Newsmaker".Im vergangenen Jahr erreichte der Konzern ein um 31 Prozent auf 276 Mill. DM gestiegenes Rekordergebnis. Das Ergebnis je Aktie kletterte von 6548 DM auf 7047 DM. Die Aktionäre erhalten eine Dividende von 26 DM (Vorjahr 20 DM plus vier DM Bonus). Der Umsatz kletterte im Konzern um knapp fünf Prozent auf rund 4,8 Mrd. DM. Der Anzeigenumsatz stieg um 76 Mill. DM auf fast 21 Mrd. DM.Während das Geschäft auf dem Vertriebsmarkt weiterhin sehr schwierig sei, sehe es auf dem Werbemarkt so gut aus wie schon lange nicht mehr, stellte Fischer zufrieden fest. Die Brutto-Werbeaufwendungen stiegen 1998 um neun Prozent auf insgesamt 299 Mrd. DM. Mit zehn Prozent den größten Zuwachs konnten die Printmedien verbuchen. Dieser positive Trend halte an.

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