Wirtschaft : Springer glänzt weiter

Konzern rechnet mit Ergebnissprung 1997 / Kirch kauft zu

BERLIN (chi).Der Axel Springer Verlag, Berlin, ist auf gutem Kurs, seine Aktionäre 1997 mit einem neuen Rekordergebnis, dem dritten in Folge, zu erfreuen.Auf der Hauptversammlung am Mittwoch in Berlin kündigte Vorstandschef Jürgen Richter an, daß beim Jahresüberschuß, der 1996 schon von 142 Mill.auf 164 Mill.DM geklettert war, diesmal "eine zwei als erste Ziffer auftauchen" könnte.Die Aktionäre, so Richter, würden daran "mit einer entsprechenden Dividende" beteiligt.Schon für 1996 erhalten sie eine auf 20 DM erhöhte Dividende, nach 14 DM plus 3 DM Bonus im Jahr zuvor. Richter begründete seinen Optimismus mit der guten Entwicklung in den ersten fünf Monaten.Das Konzernergebnis werde in diesem Jahr voraussichtlich um 25 bis 30 Prozent auf 400 Mill.DM zulegen.Dazu tragen die Zeitungen mit 80 Prozent überproportional bei, im Zeitschriftenbereich sei aber der Abwärtstrend gestoppt, sagte er.Der Konzern werde sich dennoch nicht am hartumkämpften Geschäft mit 14tägigen Programmzeitschriften beteiligen."Wir setzen auf unsere Marken", so der Konzernchef. Für Neugier sorgen - angesichts der liquiden Mittel von 700 Mill.DM - die weiteren Expansionspläne.Hier blieb Richter vage, kündigte lediglich zwei neue Objekte an.Im Ausland will er nur "intakte Produkte" zukaufen.Auch bei Multimedia bleibt er, nach dem beendeten DSF-Engagement, vorsichtig, bezeichnete die Aufstockung der SAT 1-Beteiligung auf 40 Prozent gleichwohl als "strategisch wichtig".Festhalten will Richter unverändert an der Tageszeitung "Die Welt" und am Ullstein-Verlag. Der Anteil der Kleinaktionäre scheint bei Springer schon unter 10 Prozent liegen.Aufsichtsratschef Bernhard Servatius gab zu, daß die Kirch-Gruppe möglicherweise mehr als 40 Prozent halte.Entscheidend sei, daß dies die Stimmrechtsverhältnisse nicht beeinflusse, sagte er.Einen Wechsel gibt es im Aufsichtsrat: Horst Kramp legte sein Amt nieder, neu gewählt wurde der Münchner Anwalt Gerd Freihalter.

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