Wirtschaft : Springer greift nach der WAZ

Funke-Gruppe weist Angebot zurück

Berlin - Die Axel Springer AG will die WAZ-Gruppe ganz oder teilweise kaufen. Eine Springer-Sprecherin bestätigte am Freitag einen entsprechenden Bericht des „Manager Magazins“. Der Medienkonzern in Berlin bewertet die gesamte Gruppe in Essen mit 1,4 Milliarden Euro. Was sich daraus für den Kaufpreis einzelner Unternehmensteile ergebe, sei noch offen. Es sei ein „unverbindliches Angebot“, sagte die Sprecherin. Es stehe unter dem Vorbehalt der Überprüfung durch das Kartellamt und einer wirtschaftlichen Prüfung des Unternehmens. Eine der beiden Eigentümergruppen der WAZ hat das Angebot am Freitagabend zurückgewiesen. Man sei nicht am Verkauf von Teilen der WAZ-Gruppe interessiert, teilte die Funke-Gruppe mit.

Die Aktivitäten der Essener WAZ-Gruppe gliedern sich grob in drei Kernbereiche, das Auslands-, das Zeitschriften- und das Zeitungsgeschäft. Die Übernahme der Auslands-Aktivitäten unter anderem in Österreich – die WAZ ist bei der „Krone“, der umsatz- und auflagenstärksten Zeitung Zeitung des Landes engagiert – dürfte als ebenso unproblematisch gelten wie der Kauf der Zeitschriften.

Ganz anders sieht es bei der Zeitungsgruppe in Niedersachsen, Thüringen und im Ruhrgebiet aus. Der Dortmunder Zeitungsforscher Horst Röper sagte, „im Kernbereich der WAZ“ seien kartellrechtliche Probleme nicht nur groß, sondern unüberwindbar. Bereits jetzt dominieren die beiden Verlage im Zeitungsmarkt das Ruhrgebiet. „Mit Ausnahme von Dortmund gibt es in allen anderen Ruhrgebietsstädten nur die Auswahl zwischen den WAZ-Titeln und der ,Bild‘-Zeitung“, sagte der Zeitungsforscher. jbh/sag

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