Wirtschaft : Springer korrigiert sich

Ministererlaubnisverfahren: Verlag will „Welt“ doch nicht einstellen

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Berlin (usi). Mit einer betriebsinternen Erklärung sowie einem Zitat für die Nachrichtenagentur dpa versucht Springer nachträglich, den Schaden zu begrenzen, der in der Anhörung zum Ministererlaubnisverfahren Holtzbrinck/Berliner Verlag entstanden ist. In der Anhörung am Dienstag ging es um den Kauf des Berliner Verlags durch Holtzbrinck. Dabei hatte Wirtschaftsminister Wolfgang Clement gefragt, wieso im Fall einer Ministererlaubnis zwangsläufig die „Welt“ eingestellt werden müsste. Damit hatte Springer Chef Mathias Döpfner in einem Schreiben an Clement gedroht, von dem der Minister nach eigenen Angaben „im Urlaub aus der Presse“ erfahren hat. Herausgeber Dieter Stolte antwortete: „Eine Publikumsgesellschaft kann sich Subventionen in diesem erheblichen Umfang nicht mehr leisten“. Auf weitere Nachfragen Clements bekräftigte Stolte: „Kein Vorstandsvorsitzender kann sich eine solche Subventionspolitik zu Lasten der Aktionäre leisten“. Er verwies auf die geplante Börsenplatzierung von Springer-Aktien. Knapp 30 Prozent des früheren Kirch-Pakets liegen zurzeit bei der Deutschen Bank. Als Reaktion auf Stoltes Begründung stellte Clement fest: „Die Einstellung der ,Welt’ kommt demnach auf alle Fälle“. Nach der Anhörung sagte Döpfner der Agentur dpa am Mittwochabend: „Wenn die Ministererlaubnis nicht erteilt wird, wird der Verlag Axel Springer wie in den vergangenen Jahrzehnten auch in Zukunft an ,Welt’ und ,Morgenpost’ festhalten.“ Dies wurde am Mittwoch in einer Versammlung auch der verunsicherten Redaktion erklärt.

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