Wirtschaft : Springer treibt Aktie von ProSieben

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München/Berlin Gerüchte über einen möglichen Kauf des Medienkonzerns ProSiebenSat1 durch den Axel Springer Verlag haben die Aktie am Montag in die Höhe getrieben. Bis zum Handelsschluss gab es ein Kursplus von 9,4 Prozent auf 14,11 Euro. In der ersten Euphorie hatte die Aktie am Morgen kaum mehr zugelegt.

Springer-Chef Mathias Döpfner soll am Wochenende bei einem Treffen mit ProSiebenSat1-Haupteigner Haim Saban in Los Angeles nach Medienberichten die Chancen für einen Kauf der Stimmrechtsmehrheit an der Senderfamilie ausgelotet haben. Springer hält schon zwölf Prozent an der Gruppe, Saban kontrolliert gemeinsam mit mehreren Finanzinvestoren 50,5 Prozent der Senderkette, was aber wegen der Aufteilung in Stammaktien und stimmrechtslose Vorzugsaktien 88 Prozent der Stimmrechte entspricht.

Eine ProSiebenSat1-Sprecherin bestritt am Montag, dass Saban einen Ausstieg plane. Auch ein Sprecher Sabans sagte, der Medienunternehmer sei „nach wie vor sehr glücklich mit seinem Investment“. Springer äußerte sich nicht zu den Gerüchten.

In Branchenkreisen wurde unterdessen diskutiert, ob ein Kauf für Springer sinnvoll wäre. „Operativ nähern sich beide schon länger an, weil eine engere Verbindung attraktiv sein kann“, sagte ein Analyst mit Verweis auf die Verflechtung von Bertelsmann und RTL. Döpfner habe aber wohl vor allem den Miteigentümern von ProSieben ein Signal geben wollen, dass er – im Fall eines Ausstiegs der Investoren – zum Kauf bereit sei. „Kurzfristig wird es keinen Deal geben.“

Für Springer wären die Hürden im Falle einer Mehrheitsübernahme von Pro Sieben hoch: Zum einen müssten bei einer milliardenschweren Transaktion viele Finanzierungsfragen geklärt werden. Zum anderen müssten die Kartellbehörden grünes Licht geben. mot/nic

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