• Springer Verlag wehrt WAZ-Einstieg vorerst ab Landgericht München verbietet Kirch Verkauf seiner Aktien

Wirtschaft : Springer Verlag wehrt WAZ-Einstieg vorerst ab Landgericht München verbietet Kirch Verkauf seiner Aktien

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Berlin (mot/dpa). Der Axel Springer Verlag wehrt sich vor Gericht gegen einen Einstieg der WAZ-Gruppe. Der Verlag habe eine Einstweilige Verfügung gegen Leo Kirch vor dem Landgericht MünchenI durchgesetzt, bestätigten am Dienstag ein Sprecher des Gerichts und Verlagssprecherin Edda Fels. Damit darf Leo Kirch seinen 40-prozentigen Anteil am Axel Springer Verlag vorerst nicht ohne Zustimmung Springers an die WAZ verkaufen. Springer hatte sich gegen einen Einstieg der WAZ ausgesprochen. Leo Kirch will die Einstweilige Verfügung aber vor Gericht anfechten. Entsprechende Schritte seien bereits eingeleitet worden, hieß es aus seinem Umfeld. Die Verwertung des Aktienpakets ist aber bis auf weiteres blockiert.

Da es sich bei Kirchs Springer-Paket um so genannte vinkulierte nsaktien handelt, müsste Friede Springer dem Verkauf zustimmen. Kirch hatte deshalb dem Vernehmen nach erwogen, nicht seine Aktien, sondern die Beteiligungsfirma zu verkaufen, von der die Springer-Aktien gehalten werden. Durch die Einstweilige Verfügung ist diesem Geschäft nach Angaben von Springer aber „ein Riegel vorgeschoben worden“. Dem Landgericht zufolge wurde dem Antrag auf Erlass einer Einstweiligen Verfügung gegen die Kirch Print Media und die Kirch Beteiligungsgesellschaft statt gegeben (Aktenzeichen 15 HKO 15764/02).

„Kirch ist damit verpflichtet, die Vinkulierung der Aktien zu respektieren“, sagte die Springer-Sprecherin. Sie fügte hinzu: „Ohne die Zustimmung des Axel Springer-Aufsichtsrats ist damit ein Verkauf des Kirch-Pakets nicht möglich.“ Die WAZ-Gruppe hatte vom Vorstand des Springer-Verlages verlangt, er müsse alle Kaufangebote im Interesse der freien Aktionäre prüfen. Sie lehnte am Dienstag einen Kommentar ab.

Leo Kirch darf zunächst noch bis zum 10. September über das Springer-Paket verfügen. Dann entscheidet das Münchner Landgericht über seinen Antrag, ob die Frist per Einstweiliger Verfügung bis zum Monatsende verlängert wird. Spätestens bis dahin muss Kirch den Verkauf seines Springer-Pakets unter Dach und Fach bringen, da es sonst der Deutschen Bank zufällt, die einen Kredit über 720 Millionen Euro damit besichert.

In Finanzkreisen wurde die Gerichtsentscheidung vom Dienstag zurückhaltend aufgenommen. Sowohl Kirch als auch der Springer-Verlag sollen zuletzt auch mit dem Schweizer Ringier-Verlag über einen Kauf der Springer-Aktien verhandelt haben. Ob die Erfolgsaussichten bei Ringier größer als bei der WAZ sind, wollten Banker nicht einschätzen. Friede Springer und Verleger Michael Ringier werden gute Kontakte nachgesagt.

Die Übernahme der Springer-Aktien droht nach einem Bericht der „Süddeutschen Zeitung" möglicherweise noch an einem anderen juristischen Hindernis zu scheitern. Das Hollywood-Studio Universal könnte als Sicherheit für unbezahlte Filme möglicherweise Ansprüche gegen Kirchs Print Beteiligung GmbH richten, schreibt das Blatt. Jedem Käufer der Print-Beteiligung könnte daher ein Rechtsstreit mit Universal drohen. Davon könnte auch die Deutsche Bank betroffen sein, die Springers Aktien an der Börse platzieren will.

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