Wirtschaft : Staatsanwälte ermitteln gegen Ex-VW-Betriebsratschef Volkert

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Braunschweig Im Zuge der VW-Korruptionsaffäre ermittelt die Staatsanwaltschaft jetzt auch gegen den ehemaligen Vorsitzenden des Gesamtbetriebsrates, Klaus Volkert. Das teilte der Leitende Oberstaatsanwalt Frank Koch am Freitag auf Anfrage mit. „Wir überprüfen, ob Gelder, die VW für Reisen ausgegeben hat, mit dem Geschäftszweck vereinbar waren“, sagte Koch. Gegen den früheren VW-Personalvorstand Peter Hartz gebe es nach wie vor keine Ermittlungen.

Bei Volkert gebe es bisher lediglich einen Anfangsverdacht, sagte Koch weiter. „Wir wissen nicht, ob sich der Verdacht erhärtet.“ Es könne sich auch herausstellen, dass es dienstlich notwendige Reisen waren, die dort abgerechnet wurden und die Ermittlungen wieder eingestellt würden. Deshalb habe man zunächst auch den Namen nicht nennen wollen, sich aber nach Spekulationen der vergangenen Tage doch dazu entschlossen.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass die Justiz die Ermittlungen ausgeweitet hat. Die Staatsanwaltschaft ermittelt bisher gegen Helmuth Schuster und Klaus-Joachim Gebauer wegen Betrugs und Untreue. Sie sollen Gelder mit Hilfe eines Geflechts von mindestens zehn Firmen in acht Ländern auf eigene Konten umgeleitet haben. Auch Schmiergeld sei gezahlt worden. Der langjährige einflussreiche VW-Betriebsratschef Volkert war am 30. Juni überraschend von seinem Amt zurückgetreten und hatte damit die Affäre erst richtig ins Rollen gebracht. Nachdem der 62-Jährige den Schritt zunächst lediglich mit seinem Alter begründet hatte, räumte er nach einigen Tagen ein, an einer von Schusters Firmen beteiligt gewesen zu sein. Er sei aber nicht in kriminelle Machenschaften verwickelt.

Auf Antrag von VW gehen die Staatsanwälte inzwischen auch Vorwürfen nach, dass Betriebsräte mit „Lustreisen“ und Besuchen im Rotlichtmilieu begünstigt und damit auf Unternehmenslinie gebracht worden sein sollen. In diesem Zusammenhang wurde über Eigenbelege berichtet, mit denen bis zu fünfstellige Summen abgerechnet worden sein sollen. dpa

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