• Staatsanwalt attackiert Sekretärin von Esser Vorwurf der Falschaussage / Rüdes Vorgehen der Ermittler

Wirtschaft : Staatsanwalt attackiert Sekretärin von Esser Vorwurf der Falschaussage / Rüdes Vorgehen der Ermittler

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(dpa). Im MannesmannProzess ist es am Mittwoch bei der Aussage einer ehemaligen Vorstands-Sekretärin des Konzerns zu einem Eklat gekommen. Die 59-jährige Ex-Sekretärin von Mannesmann- Vorstandschef Klaus Esser war im Düsseldorfer Landgericht von einer früheren Aussage bei ihrer Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft abgewichen. Daraufhin hatte Staatsanwalt Johannes Puls die 59-Jährige nach wenigen Worten unterbrochen und der Falschaussage verdächtigt. Die Verteidiger werteten dies als Einschüchterungsversuch.

Die Frau hatte im Ermittlungsverfahren angegeben, mit den Beschlussvorlagen für die umstrittenen Millionenprämien nicht befasst gewesen zu sein und diese auch nicht gekannt zu haben. Am Mittwoch gab sie nun an, die Passage mit der umstrittenen Prämie für den damaligen Mannesmann-Aufsichtsratschef Joachim Funk auf dessen Bitte in eine Beschlussvorlage eingefügt zu haben. Der Antrag des Staatsanwalts, den Wortlaut der Aussage wegen des Verdachts der Falschaussage zu protokollieren, stieß bei der Verteidigung auf Protest und wurde vom Gericht schließlich abgelehnt.

Bei der Vernehmung durch die Staatsanwaltschaft habe sie unter Stress gestanden, begründete die Frau ihre damalige Aussage. Unter der Androhung einer Zwangsvorladung hätten sie Beamte des Landeskriminalamts nach kurzfristiger telefonischer Vorankündigung abgeholt. „Das hat mich damals schon eingeschüchtert“, sagte die heute bei Vodafone Deutschland beschäftigte Frau. Auch eine zweite Sekretärin, die nach wie vor in den Diensten Essers steht, berichtete, von den Staatsanwälten rüde behandelt worden zu sein.

Der Prozess soll an diesem Donnerstag mit der Zeugenvernehmung von Julian Horn-Smith fortgesetzt werden. Er war während der Übernahmeschlacht zwischen Mannesmann und Vodafone die rechte Hand von Vodafone-Chef Chris Gent. In dem spektakulären Wirtschafts-Strafprozess geht es um umstrittene Prämien in Höhe von 57 Millionen Euro an ehemalige Mannesmann-Manager, die diese nach der Übernahme durch Vodafone kassierten.

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