Wirtschaft : Staatsanwalt ermittelt gegen P+S-Werft Manager sollen Insolvenz verschleppt haben

Stralsund/Schwerin - Die P+S-Werftenpleite hat ein juristisches Nachspiel: Die Staatsanwaltschaft Rostock hat ein Ermittlungsverfahren gegen aktuelle und frühere Geschäftsführer der P+S-Werften wegen Insolvenzverschleppung eingeleitet. Es gebe Anhaltspunkte dafür, dass das Unternehmen seit rund zwei Jahren zahlungsunfähig gewesen sein könnte, sagte der Sprecher der Rostocker Staatsanwaltschaft, Martin Fiedler, am Freitag. Die P+S-Werften hatten Ende August 2012 Insolvenz angemeldet. Von der Pleite waren rund 1750 Arbeitsplätze betroffen.

Laut der Insolvenzordnung muss eine Geschäftsführung, sobald sie die Zahlungsunfähigkeit erkennt, „ohne schuldhaftes Zögern, spätestens aber drei Wochen nach Eintritt der Zahlungsunfähigkeit oder Überschuldung“ einen Eröffnungsantrag auf Insolvenz stellen.

Das Land, das im Juni 2012 zusammen mit dem Bund noch ein 152 Millionen Euro schweres Rettungspaket für die P+S-Werften geschnürt hatte, wollte sich zu den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft nicht äußern. Von den staatlichen Rettungshilfen flossen 70 Millionen Euro. Erst im August 2012 drehten Land und Bund den Werften den Geldhahn zu, nachdem der gerade drei Wochen zuvor eingesetzte Geschäftsführer Rüdiger Fuchs ernüchternde Bilanzen vorgelegt hatte.

Fiedler sagte, bis zur Entscheidung über eine mögliche Anklage würden noch mehrere Monate vergehen. Namen der Personen, gegen die die Staatsanwaltschaft ermittelt, wurden nicht genannt. Im Falle einer Verurteilung wegen Insolvenzverschleppung drohen Freiheitsstrafen von bis zu drei Jahren. dpa

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