Wirtschaft : Staatsanwalt macht Razzia bei EnBW Mitarbeiter sollen Steuern hinterzogen haben

Mannheim/Karlsruhe - Die Mannheimer Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Mitarbeiter einer Tochterfirma des Energiekonzerns EnBW wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung. Büros in Karlsruhe und Privatwohnungen seien durchsucht und zahlreiche Unterlagen beschlagnahmt worden, bestätigte der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Peter Lintz, einen Bericht des „Handelsblatts“. Den Mitarbeitern wird vorgeworfen, mit dem CO2-Emissionshandel 46 Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen zu haben.

Die Ermittlungen laufen seit Anfang des Jahres. Bereits im Januar seien Büros und Wohnungen von zwei der Verdächtigen unter die Lupe genommen worden, sagte Lintz. „Dabei sind wir auf den Namen des dritten Mannes gestoßen, dessen Unterlagen wir Anfang der Woche gesichert haben.“ Der Fall hängt mit Ermittlungen aus Frankfurt am Main zusammen, wo im vergangenen Herbst eines der größten Wirtschaftsstrafverfahren in Deutschland eröffnet wurde. Dort sind sechs Manager angeklagt, die knapp 250 Millionen Euro Steuern mithilfe des „Umsatzsteuer-Karussells“ hinterzogen haben sollen. Dabei werden europaweit CO2-Zertifikate ge- und verkauft. Die in Deutschland fällige Umsatzsteuer wird erst umgangen und dann trotzdem beim Finanzamt zur Rückerstattung vorgelegt. Bei den europaweiten Ermittlungen waren zahlreiche Firmen durchsucht worden, darunter auch die Deutsche Bank. Nicht zuletzt deshalb hätten die Verdächtigen wissen müssen, dass sie an einem illegalen Geschäft beteiligt sind, sagte Lintz. Unklar ist, ob die EnBW-Mitarbeiter in die eigene Tasche gewirtschaftet haben oder der Firma helfen wollten. dpa

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