Staatsbürgschaft : Arcandor braucht 650 Millionen Euro

Für den Handels- und Touristikonzern Arcandor ist es kurz vor zwölf: Der Konzern braucht die Zusage für Staatshilfen schon innerhalb der nächsten vier Wochen.

EssenDer Essener Konzern will in der kommenden Woche einen entsprechenden Antrag über die Hausbanken stellen und sich außerdem bei der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) um einen Kredit bewerben. Bis zum 12. Juni müsse Arcandor eine Einigung mit seinen Gläubigerbanken über die Verlängerung einer Kreditlinie in der gleichen Höhe der Bürgschaft erzielt haben, sagte Vorstandschef Karl-Gerhard Eick.

Insgesamt stehen für dieses Jahr 960 Millionen Euro zur Refinanzierung an. Für die Sanierung des Konzerns braucht Arcandor über den Zeitraum der kommenden fünf Jahre weitere 900 Millionen Euro.

Eick unterstrich, das Unternehmen sei als Arbeitgeber von 53.000 Beschäftigten der Handelsbereiche Karstadt und Primondo in Deutschland und Geschäftspartner von 20.000 deutschen Lieferanten und Dienstleistern auch von volkswirtschaftlicher Bedeutung. Dass Arcandor nun Schwierigkeiten habe, Kredite zu verlängern oder neue zu erhalten, sei vor allem der Finanzkrise geschuldet.

Zum Essener-Konzern gehören die Karstadt-Warenhäuser, der Versandhändler Primondo mit dem Flaggschiff Quelle sowie das Reiseunternehmen Thomas Cook. Insgesamt schreibt der Konzern rote Zahlen. Eick hatte im vergangenen Monat eine neue Struktur für den Konzern vorgestellt. Dabei ist unter anderem die Ausgliederung der drei Luxuskaufhäuser KaDeWe in Berlin, Alsterhaus in Hamburg und Oberpollinger in München vorgesehen. Für die drei Warenhäuser habe man bereits "viele Interessenten", sagte Eick. Den Verkaufsprozess wolle er in Ruhe angehen. (sp/dpa)


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